Rund 300 Meter sind die geplanten Standorte vom Schulzentrum am Luisenhof entfernt. Bis zur Wohnbebauung in Blexen und Einswarden sind es nur wenige hundert Meter weiter. Mehrere Ratsmitglieder äußerten die Befürchtung, dass von der Anlage eine Geruchsbelästigung ausgehen wird und schlugen vor, die Anlage weiter von der Wohnbebauung entfernt zu installieren. Doch das dürfte ein schwieriges Unterfangen werden. Westlich und nördlich von Grebswarden ist ein EU-Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Dort werden Bauvorhaben nur im Ausnahmefall zugelassen.
Der Ingenieur Dr. Bernd Klinkert von der Firma Biogas Weser-Ems verwies darauf, dass seine Firma bereits 150 Anlagen gebaut habe. Die stinkende Gülle wird in geschlossenen Kreisläufen verwertet, so dass davon keine Geruchsbelästigung zu erwarten sei, sagte der Landwirt Bernd Böschen. Allenfalls der Anschnitt des Silos rieche etwas. Aber das ist auf allen Höfen in der Wesermarsch gang und gäbe.
Dennoch äußerten einige Ratsmitglieder erhebliche Bedenken. Der Blexer SPD-Ratsherr Siegfried Rüdiger sagte, dass die Menschen im Stadtnorden in Sachen Geruchsbelästigung gebrandmarkt seien und gegen einen weiteren Emittenten auf die Barrikaden gehen würden. CDU-Ratsmitglied Peter Möllenbeck aus Einswarden äußerte die Befürchtung, dass die Anlage zu nah an der Wohnbebauung geplant sei. Ähnlich äußerte sich sein Einswarder Fraktionskollege Dr. Tilman Kaethner. Und auch Manfred Wolf von der FDP forderte von der Stadtverwaltung einen Alternativplan. Ob der angesichts des Vogelschutzgebietes überhaupt machbar ist, muss die Verwaltung nun bis zur nächsten Bauausschusssitzung im März klären.
Für das Projekt Biogasanlage machte sich Bürgermeister Hans Francksen stark. Man dürfe nicht nur über alternative Energien reden, sondern müsse sie auch nutzen, betonte er.
Die anfängliche Skepsis sei einer breiten Zustimmung gewichen. Die Biogasanlage in Ardorf wird von fünf Landwirten betrieben. Mit der Abwärme wird inzwischen fast ganz Ardorf versorgt. (hei)
