Hintergrund für die Fällaktion ist die Forderung des Wasser- und Schifffahrtsamtes, den Blick auf die Richtfeuerlinie Großensiel mit den Leuchtfeuern im Großensieler Hafen und auf dem Deich in Großensiel für die Kapitäne auf der Weser freizuhalten. Deshalb sind die Bäume in dem Strandwald bislang im Abstand von fünf Jahren gekappt worden. Diesmal allerdings hat der Bauhof etliche Bäume gefällt. Die Stadt wollte so den Aufwand für den regelmäßigen Rückschnitt reduzieren.
Der Bereich zwischen Zufahrt zur Weser-Kleintier-Arena (ehemals WSV) und Großensieler Hafen ist inzwischen in weiten Teilen kahl. Dort hat der Bauhof im Auftrag der Stadtverwaltung etliche Bäume gefällt. Die Kreiszeitung hatte in ihrer Mittwoch-Ausgabe über die Aktion berichtet. Am Mittwochnachmittag beraumte die Stadtverwaltung daraufhin kurzfristig einen Ortstermin für den Bauausschuss an. Da fielen einige kritische Worte. „Die Verwaltung aast hier so rum und informiert uns noch nicht einmal“, beschwerte sich etwa der CDU-Fraktionsvorsitzende Horst Wreden.
Der stellvertretende Verwaltungschef im Rathaus, Carsten Seyfarth, gestand bei der Sitzung des Bauausschusses ein, dass sich die Verwaltung nicht eben glücklich verhalten habe. „Wir hätten im Vorfeld über den Vorgang informieren sollen und geloben Besserung“, versprach er.
FDP-Ratsherr Manfred Wolf stellte dann den Antrag, dass bei den noch zu erledigenden Arbeiten ab sofort gesunde Bäume nicht mehr gefällt, sondern nur zurückgeschnitten werden. Der Bauausschuss stimmte dem einstimmig zu. Deshalb dürfen die Bäume zwischen Zufahrt zur Weser-Kleintier-Arena und Jugendherberge nun stehen bleiben. Außerdem soll künftig auch ein radikaler Rückschnitt im Abstand von fünf Jahren vermieden werden. Vielmehr sollen im Strandwald künftig jährlich Pflegemaßnahmen vorgenommen werden, um den Blick auf die Richtfeuerlinie freizuhalten. Leserbriefe, 11
