X Diesen Artikel versenden


Absender-E-Mail*
Empfänger-E-Mail*
Nachricht*

szmtag

Auf dem Weg zur Nummer 1


Friedrich-August-Hütte. Neun Jahre nach der Trennung der Zink- und der Bleihütte könnten die beiden Betriebe bald wieder von einer gemeinsamen Konzernzentrale aus gesteuert werden. Glencore, größter Aktionär der Recylex-Gruppe, deren größter Betrieb wiederum die Bleihütte in Nordenham ist, und Zinkhütten-Eigner Xstrata verhandeln über eine Fusion. Käme die zustande, entstünde ein neuer Rohstoff-Gigant auf dem Weltmarkt. Von Christoph Heilscher


bild vergrößern
Ein Blick in die Zinkelektrolyse von Xstrata. Die Zinkhütte und die Bleihütte könnten schon bald wieder näher zusammenrücken. Xstrata und Glencore, Hauptgesellschafter auf der Bleiseite, bereiten eine Fusion vor. Foto Archiv

Recylex-Vorgänger Metaleurop verkaufte die Zinkhütte Ende 2002 an Xstrata, weil das Unternehmen dringend Geld benötigte. Schon damals war Glencore der größte Anteilseigner von Metaleurop/Recylex.

Glencore und Xstrata sind beide in der Schweiz ansässig und gehören schon heute zu den einflussreichsten Unternehmen der Rohstoffbranche. Xstrata fördert und verarbeitet auf der halben Welt Rohstoffe, insbesondere Metalle und Kohle. 70 000 Beschäftigte erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 23 Milliarden Euro. In Nordenham gewinnt Xstrata mit rund 330 Beschäftigten jährlich aus Erzen rund 135 000 Tonnen Zink.

Xstrata hat in Nordenham große Pläne, will die Hüttenkapazität verdoppeln. Seit Jahren ist das bereits Thema. Seit einem Jahr arbeitet eine Versuchsanlage erfolgreich, die Erze aus einer australischen Xstrata-Mine verhüttet, doch die Entscheidung für die erforderliche Investition im dreistelligen Millionenbereich ist noch nicht gefallen. Als entscheidendes Hindernis gelten Unsicherheiten im Hinblick auf die Entwicklung der Strompreise. Strom ist für die Zinkhütte ein wichtiger Produktionsfaktor, ist der Stromverbrauch der Hütte doch in etwa so hoch wie der der Stadt Oldenburg.

Welche Auswirkungen wird die mögliche Fusion von Xstrata und Glencore auf das Projekt haben? Eine Antwort darauf ist derzeit nicht zu bekommen. „Wir müssen uns in Geduld üben“, sagt Carl van Dyken, Geschäftsführer der Nordenhamer Zinkhütte.

Bereits verzahnt

Während Xstrata zu den großen Rohstofförderern und -verarbeitern zählt, ist Glencore schon heute als Rohstoffhändler die Nummer 1 auf der Welt. 60 000 Mitarbeiter erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 110 Milliarden Euro. Glencore handelt mit Metallen, aber auch mit Kohle und Getreide. Experten sehen einen fusionierten Glencore-Xstrata-Konzern bei Zink und Blei als die Nummer 1 auf der Welt.

Die Entscheidung über den Zusammenschluss wird innerhalb der nächsten Wochen erwartet. Die beiden Unternehmen sind schon heute miteinander verzahnt, denn Glencore hält 34 Prozent an Xstrata.

Die beiden Hütten

Seit 1906 ist Nordenham Hüttenstandort. Die Xstrata-Zinkhütte ist mittlerweile die letzte Zinkhütte in Deutschland. Xstrata produziert in Nordenham mit rund 330 Beschäftigten etwa 135 000 Tonnen Zink im Jahr, die Bleihütte mit rund 300 Mitarbeitern über 100 000 Tonnen Blei. Größter Anteilseigner des Mutterunternehmens der Bleihütte ist Glencore. Glencore und Xstrata bereiten eine Fusion vor.

Artikel vom 07.02.12 - 12:00 Uhr
| drucken | versenden