Für das Publikum war es ein Wiedersehen mit alten Bekannten, denn mit Corvin Bahn und Niklas Turmann standen zwei ehemalige Butjadinger auf der Bühne, die bereits im zarten Alter von 13 ihr erstes Konzert in der Jahnhalle gaben.
Crystal Breed spielt eine sehr eigenständige Musik, ohne die Wurzeln in den frühen 70er Jahren zu verleugnen. Gitarrist Niklas Turmann streute gelegentlich in seine Soli sogar kleine Zitate von Richie Blackmore und David Gilmore ein. Und mit „Comfortably Numb“ wurde sogar ein kompletter Pink-Floyd-Titel aus dem 79er Album „The Wall“ gecovert. Aber auch Einflüsse von Progressive-Metal-Bands wie Dream Theater sind nicht zu verleugnen. Bei Crystal Breed ist stets Abwechslung angesagt. Auf einen dezenten Swing-Part können schon mal brachiale Metal-Klänge nahtlos folgen.
Zu Crystal Breed gehören der Bassist Michael Schugardt und Thorsten Harnitz am Schlagzeug. Sie trugen mit dazu bei, die rohe Energie des guten alten Rock ’n’ Roll mit musikalischer Raffinesse zu versehen. Der Drummer wartete mit einem furiosen Solo auf und war auch als Sänger aktiv.
Apropos Gesang: Virtuose Instrumentalisten sind oft eher durchschnittliche Sänger. Nicht so bei Crystal Breed. Niklas Turmann ist nicht nur ein Gitarrist, der mit seinen Fertigkeiten schon mal für leichte Frustrationen bei anwesenden Gitarrespielern sorgen kann, er überzeugt auch mit einer Stimme, die einen enormen Tonumfang mühelos erreicht. Nicht umsonst ist er inzwischen auch Hauptsänger bei der Formation mit dem ehemaligen Scorpions-Gitarristen Uli Jon Roth. Und auch Keyboarder Corvin Bahn wartete nicht nur mit virtuosen Soli, sondern ebenfalls hervorragendem Gesang auf.
Zum Gelingen dieses Abends trug auch die Nordenhamer Band The Mental Blank bei. Sie eröffnete das Konzert mit einer schönen Mischung aus Rocktiteln. Die Bandbreite reichte dabei von „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten bis „Highway to Hell“ von AC/DC. Auch hier spendete das Publikum den verdienten Applaus.
