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14 Unfalltote in Wesermarsch

Wesermarsch. Die Zahl der Verkehrsunfälle hat im Bereich der Polizeiinspektion Cuxhaven/Wesermarsch im vergangenen Jahr leicht zugenommen. Die Zahl der bei Unfällen schwer verletzten Personen hingegen sank. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik hervor, die gestern vorgestellt wurde.

„Jeder im Straßenverkehr getötete Mensch ist einer zu viel“, sagte der Leiter der Polizeiinspektion, Bernd Deutschmann, während einer Pressekonferenz in Cuxhaven. Insgesamt verloren 34 Menschen auf den Straßen der Landkreise Cuxhaven und Wesermarsch ihr Leben, einer mehr als im Jahr 2008. 14 der 34 Verkehrstoten starben nach Unfällen allein in der Wesermarsch.

Diese Zahl sei immer noch viel zu hoch, betonte auch Polizeioberrat Holger Kliem, der die Statistiken erläuterte. Auffällig sei, dass die Verkehrstoten häufig noch unter 30 Jahre oder ab 65 Jahre alt sind. „Fahranfänger sind proportional die am stärksten gefährdete Gruppe“, erklärte Holger Kliem. Er fügte jedoch hinzu, dass solche Zahlen mit Vorsicht zu bewerten seien. „Es gab einen Unfall mit fünf jungen Leuten, deren Wagen verunglückt ist. Wären alle fünf ums Leben gekommen, sähe die Statistik ganz anders aus.“

Schwierig sei es, die Gründe für die tödlichen Unfälle festzustellen, führte er aus. „Man könnte plakativ sagen: Es wird gerast. Aber es gibt auch Unglücke nach missachteter Vorfahrt, unter Alkoholeinfluss und bei Abbiegevorgängen.“ Dennoch sei nicht angepasste Geschwindigkeit generell die häufigste Unfallursache.

Zwar sei es positiv, dass die Zahl der Schwerverletzten im zurückliegenden Jahr um rund 11 Prozent gesunken ist, betonte Inspektionsleiter Bernd Deutschmann. „Aber es bleibt ein hohes Niveau, das wir senken müssen.“

Um die Zahl der Unfälle zu reduzieren, setzte die Polizei im vergangenen Jahr auf Prävention und Abschreckung. Bei Kontrollen wurden den ertappten Temposündern Schockvideos gezeigt, die mit drastischen Bildern mögliche Unfallfolgen darstellen. „Diejenigen, die das Video gesehen haben, waren größtenteils betroffen“, sagte Holger Kliem.

Prävention mit roten Stiefeln

Kopfzerbrechen bereiten der Polizei weiterhin die Motorradfahrer. Im Jahr 2008 starben in der Wesermarsch drei Kradfahrer, im vergangenen Jahr waren es sogar fünf. Holger Kliem wies darauf hin, dass die Kradfahrer nur in der Hälfte der Fälle selbst schuld waren an den tödlichen Unfällen. Mit einem Präventionsprogramm, das in den nächsten Wochen vorgestellt werden soll, möchte die Polizei in der Motorradsaison die Biker sensibilisieren. Das Symbol der Aktion steht schon fest: ein Paar roter Lederstiefel wird in der Kampagne zu sehen sein.

Für den Bereich des Polizeikommissariats (PK) Nordenham, zu dem auch die Gemeinden Stadland, Jade und Butjadingen gehören, konnte PK-Leiter Klaus Lücke einen leichten Anstieg der Unfallzahlen registrieren. Statt 858 im Jahr 2008 gab es nun 913 Verkehrsunfälle. Eine Ursache für den Anstieg liege möglicherweise im Winterwetter zum Ende des Jahres. Einen moderaten Anstieg gab es bei den Verletzten: 267 waren es 2009 insgesamt (Vorjahr: 235). Zehn Menschen verloren dabei im Bereich des Nordenhamer Kommissariats ihr Leben.

Klaus Lücke setzt für seinen Zuständigkeitsbereich weiter auf Kontrollen und Präsenz der Beamten auf den Straßen. „Wenn wir einen Fahrer anhalten und kontrollieren, dann sehen das auch andere Verkehrsteilnehmer und wissen: Die Polizei ist unterwegs.“ (flo)

Die Unfallzahlen für den Bereich Brake lesen Sie auf Seite 19

Artikel vom 17.03.10 - 06:00 Uhr
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