116 Beobachtungen sind der Unteren Naturschutzbehörde in den vergangenen drei Jahren gemeldet worden. Die 116 Tiere verteilen sich auf 60 einzelne Beobachtungen. In einem Fall wurde ein Rudel von sechs Tieren entdeckt.
Bei der Unteren Naturschutzbehörde, dem Landkreis Wesermarsch, kümmert sich der Biologe Martin Stein um die Wale. Er war gestern mit dem Walkenner Sven Kuschinski auf der Weser unterwegs, um zwei Unterwasser-Mikrofone zwischen Nordenham und Brake an Messpegeln anzubringen, mit denen Wallaute registriert werden sollen. „So erhoffen wir uns weitere Erkenntnisse“, betont Martin Stein.
Die beiden Mikrofone sind mit Zuschüssen der Deutschen Umweltstiftung angeschafft worden. Vor zwei Jahren gab es schon einmal den Versuch, den kleinen Walen mit Mikrofonen näher zu kommen, doch die funktionierten nicht. „Die beiden neuen Mikrofone haben eine wesentlich bessere Technik“, sagt Martin Stein.
Die Mikrofone sind mit einem kleinen Computer verbunden. Der soll das charakteristische Klacken der Schweinswale erkennen können und dann registrieren. Der Landkreis Wesermarsch arbeitet bei dem Projekt mit der Gesellschaft zur Rettung der Delfine zusammen.
Das vermehrte Auftreten der Schweinswale in der Unterweser könnte ein Hinweis auf bessere Wasserqualität oder auch gewachsene Fischbestände sein. Das versuchen die Biologen herauszubekommen.
Eine traurige Erkenntnis ist bereits, dass die Weser für die kleinen Wale ein sehr gefährliches Revier ist. Jedes Jahr werden mehrere tote Wale entdeckt, oftmals verletzt von Schiffsschrauben. Deshalb appellieren Naturschützer an Motorbootfahrer, insbesondere außerhalb der Fahrrinne langsam und bedächtig zu fahren. Wer Schweinswale sieht, wird gebeten, dies zu melden. Mehr Informationen dazu im Internet. (hei)
