„Den Abend haben wir in Helgoland verbracht, nachdem wir am Nachmittag mehrere Mal das Mann-über-Bord-Manöver geübt hatten. Natürlich wurde kein Besatzungsmitglied über Bord geschubst, sondern stellvertretend Paul, ein präparierter Fender. Es galt, ihn aus seiner misslichen Lage zu befreien. Dazu verwendeten wir verschiedene Verfahren und setzten zusätzlich das Bereitschaftsboot aus. Dank eines gut eingespielten Teams und Unterstützung unserer Dozenten gelang es uns jedes Mal, Paul zu retten.
Allerdings barg dann das Anlegen in Helgoland auch einige Schwierigkeiten aufgrund der Wind- und Stromverhältnisse. Doch mit vereinten Kräften aller Studenten konnte auch die Hürde gemeistert werden.
Der dritte Tag auf unserer Ausbildungsreise mit der ‚Großherzogin Elisabeth‘ begann sehr ruhig im Helgoländer Hafen mit einem liebevoll angerichteten Frühstück von unserem tollen Koch Willy. Diese unter Seeleuten sogenannte Bauernnacht nutzten wir, um die Insel zu erkunden und natürlich die eine oder andere Kleinigkeit einzukaufen.
Wie geplant liefen wir dann um 9 Uhr aus, wobei wir mit den Drittsemestern das Fahren und Bedienen des Rettungsbootes übten und die Siebtsemester das Ansteuern der Insel nur mit Hilfe des Radars und auf Sicht. Jeder kam dabei mal ins Vergrnügen, die ‚Lissy‘ unter Aufsicht des Steuermanns zu führen. Endlich konnte man die gelernte Theorie mal in die Praxis umsetzen. Wir erkannten schnell, wo unsere Schwächen liegen. Doch dies ist gerade der Grund, warum diese Ausbildungsfahrten mit der ‚Lissy‘ stattfinden. Und die praktischen Erfahrungen sind in der seemännischen Ausbildung unentbehrlich. Wir sind sehr stolz darauf, dass unsere Seefahrtschule in Elsfleth solch gute Ausbildungsmöglichkeiten bietet.
Die Manöver zogen sich ueber den ganzen Tag und erst gegen Abend wurde das Helgoländer Gewässer in Richtung Alte Weser verlassen. In Teamarbeit wurden dann die Segel gesetzt, um die günstigen Winde in Richtung Festland zu nutzen. Wir genossen die letzten Sonnenstrahlen an Deck unter vollen Segeln und die Lust auf Mee(h)r kam auf.“
Das ganze Logbuch im Internet: www.kreiszeitung-wesermarsch.de
