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Oskar geht von Bord

Elsfleth. Die „Großherzogin Elisabeth“ ist derzeit mit Elsflether Seefahrtsschülern auf einem Ausbildungstörn unterwegs. Mit an Bord ist Jennifer Witt. Sie berichtet heute für die Kreiszeitung von der Reise des Dreimast-Gaffelschoners:

„Eine Woche war die „Lissy“ bereits unterwegs und hatte am Samstag unbeschadet in Elsfleth zum Crew-Wechsel festgemacht. Nach einer kurzen Einweisung stand unser erstes Reiseziel fest: Esbjerg in Dänemark. Nach ein paar Stunden an Land, sollte es uns nach Wyk auf Föhr verschlagen. Dem Wetter ausgeliefert mussten wir diesen Plan allerdings aufgeben und uns auf den Weg nach Helgoland machen.

Doch aus dieser Not wurde eine Tugend. Wir konnten bei Wind und zwei Meter hohem Seegang viele Manöver üben und mussten Personen retten, die über Bord gegangen waren. Oskar, unsere Person, die immer über Bord geht, konnte mehrmals erfolgreich gerettet werden.

All Hands on Deck: Zum Segelsetzen wird heute jede Hand gebraucht. Auf der „Großherzogin Elisabeth“ steht Teamwork an erster Stelle. Zweimal jährlich findet die Ausbildungsreise statt, in der die Studenten der Fachhochschule Elsfleth selbstständig das Schiff führen dürfen. Dazu gehören unter anderem das Planen einer kompletten Seereise sowie die gesamte Organisation des Bordalltags. Außerdem üben wir ständig, wie wir uns auf dem Schiff verhalten müssen, denn Sicherheit steht an erster Stelle. Daneben wird auch die traditionelle Seemannschaft bei Wind und Wetter in den Wanten der 30 Meter hohen Masten gelehrt.

Wir befinden uns derzeit nördlich von Helgoland und bergen bei Regen unsere Segel. Nach aufregenden Stunden haben wir zunächst festgemacht, um uns nach diesem sehr schaukeligen Tag auf See für ein paar Stunden zu erholen. Gestern hieß es dann „Leinen los“ und Manövrieren lernen. Die Studenten aus dem dritten Semester fahren verschiedene Manöver mit dem Rettungsboot im Hafen. Die Studenten des siebten Semesters lernen das exakte Steuern des Schiffes nach Sicht und Radar zwischen Helgoland und der Düne.

Besonders wichtig ist uns dabei, dass das Wissen der höheren Semester an die Jüngeren weitergegeben wird. Gelernt haben wir schon vieles, vor allem dass ein Plan dazu da ist, verworfen zu werden, und dass Erfahrung durch nichts zu ersetzen ist, als durch Erfahrung.“

Artikel vom 21.10.09 - 06:00 Uhr
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