
„Ich bin seit fünf Jahren ehrenamtlich auf der ‚Lissy‘ tätig und seit mehr als 30 Jahren auf dem Wasser unterwegs. Ich hatte schon einige Male auch schlechtes Wetter, aber es ist noch nie etwas passiert“, berichtet Frank Indorf, bevor er ins Wasser muss. „Es wird eine interessante Erfahrung sein, bei starkem Seegang in eine Rettungsinsel zu steigen.“
Die Stammcrew der „Großherzogin Elisabeth“ – genannt „Lissy“ – stammt aus allen Berufsschichten und engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich auf dem Dreimastgaffelschoner.
„Regelmäßiges Sicherheitstraining gehört einfach dazu“, erklärt Johannes Reifig vom Vorstand des Vereins. „Normalerweise trainieren wir an zwei Wochenenden vor der Saison in regelmäßigen Abständen mit Bordmitteln nach einem zertifizierten Konzept. Aber wir sind froh, die Einrichtung hier nutzen zu können.“ Zwei Hauptthemen bestimmen das Training: das Überleben auf See und die Feuerbekämpfung.
Bei einer Wassertemperatur von 20 Grad, macht sich eine Gruppe ausgerüstet mit Rettungswesten, auf ins kühle Nass. Dort lernen die Teilnehmer zunächst, eine Kette im Wasser zu bilden und sich gegenseitig zu stützen, so dass sie selbst bei starkem Wellengang zusammenbleiben.
Es folgt das Einsteigen in eine Rettungsinsel. Auch hier zunächst bei ruhiger, dann bei aufgewühlter See und als Krönung dann noch bei Dunkelheit und Sturm. 40 Crewmitglieder, aufgeteilt in zwei Gruppen, werden von Anja Ahlers und Tobias Schultze vom Maritimen Trainingszentrum unterwiesen. Dazu gehört auch eine Übung, sich von der Rettungsinsel in die Luft bergen zu lassen, so als wenn ein Hubschrauber die Schiffbrüchigen aufnehmen würde.
„Es war gar nicht beängstigend“, sagt die 17-jährige Simone Dahl, die schon seit frühester Kindheit auf der „Lissy“ unterwegs ist. „Wir wussten ja, dass es keine reale Situation ist. Durch die Gruppe hatte ich auch ein besonderes Geborgenheitsgefühl.“
Ähnlich sieht dies der 18 Jahre alte Hauke Klemm. Auch für ihn war dies das erste Training dieser Art. „Für mich, der im Wasser war, war es sehr schwierig, die Leute von unten in die Rettungsinsel zu hieven. Bei schwerem Wellengang war es auch nicht so einfach, die Gruppe zusammenzubekommen und auch zusammenzuhalten.“ Doch die Crewmitglieder absolvierten alle Übungen zur Zufriedenheit der Trainer.
