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Übung: „Lissy“-Crew in Seenot


Elsfleth. „Wenn ich mir das so anschaue, dann habe ich doch mächtig Respekt vor dem Ganzen“, meint Frank Indorf, 50 Jahre. Noch sitzt er in trockener Hose und Hemd auf der Bank und wartet auf seinen Einsatz. Als Zuschauer beobachtet er, was seine Segelfreunde gerade im Trainingsbecken des Maritimen Kompetenzzentrums treiben. Von Kerstin Seeland


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Immer dicht zusammenbleiben: Wie sich Schiffbrüchige im offenen Wasser richtig verhalten, lernte ein Teil der „Lissy“-Besatzung im Marikom. Foto see

„Ich bin seit fünf Jahren ehrenamtlich auf der ‚Lissy‘ tätig und seit mehr als 30 Jahren auf dem Wasser unterwegs. Ich hatte schon einige Male auch schlechtes Wetter, aber es ist noch nie etwas passiert“, berichtet Frank Indorf, bevor er ins Wasser muss. „Es wird eine interessante Erfahrung sein, bei starkem Seegang in eine Rettungsinsel zu steigen.“

Die Stammcrew der „Großherzogin Elisabeth“ – genannt „Lissy“ – stammt aus allen Berufsschichten und engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich auf dem Dreimastgaffelschoner.

„Regelmäßiges Sicherheitstraining gehört einfach dazu“, erklärt Johannes Reifig vom Vorstand des Vereins. „Normalerweise trainieren wir an zwei Wochenenden vor der Saison in regelmäßigen Abständen mit Bordmitteln nach einem zertifizierten Konzept. Aber wir sind froh, die Einrichtung hier nutzen zu können.“ Zwei Hauptthemen bestimmen das Training: das Überleben auf See und die Feuerbekämpfung.

Bei einer Wassertemperatur von 20 Grad, macht sich eine Gruppe ausgerüstet mit Rettungswesten, auf ins kühle Nass. Dort lernen die Teilnehmer zunächst, eine Kette im Wasser zu bilden und sich gegenseitig zu stützen, so dass sie selbst bei starkem Wellengang zusammenbleiben.

Es folgt das Einsteigen in eine Rettungsinsel. Auch hier zunächst bei ruhiger, dann bei aufgewühlter See und als Krönung dann noch bei Dunkelheit und Sturm. 40 Crewmitglieder, aufgeteilt in zwei Gruppen, werden von Anja Ahlers und Tobias Schultze vom Maritimen Trainingszentrum unterwiesen. Dazu gehört auch eine Übung, sich von der Rettungsinsel in die Luft bergen zu lassen, so als wenn ein Hubschrauber die Schiffbrüchigen aufnehmen würde.

„Es war gar nicht beängstigend“, sagt die 17-jährige Simone Dahl, die schon seit frühester Kindheit auf der „Lissy“ unterwegs ist. „Wir wussten ja, dass es keine reale Situation ist. Durch die Gruppe hatte ich auch ein besonderes Geborgenheitsgefühl.“

Ähnlich sieht dies der 18 Jahre alte Hauke Klemm. Auch für ihn war dies das erste Training dieser Art. „Für mich, der im Wasser war, war es sehr schwierig, die Leute von unten in die Rettungsinsel zu hieven. Bei schwerem Wellengang war es auch nicht so einfach, die Gruppe zusammenzubekommen und auch zusammenzuhalten.“ Doch die Crewmitglieder absolvierten alle Übungen zur Zufriedenheit der Trainer.

Brandbekämpfung gelernt

Während die eine Hälfte der Besatzung im Wasser trainierte, nutzte die andere Gruppe das Wasser auf andere Art und Weise: zum Löschen von Bränden. Doch nicht nur das kühle Nass, auch andere Löschmittel wie eine Löschdecke oder ein Feuerlöscher kamen zum Einsatz. Mit Atemschutzgeräten ausgestattet robbten die Teilnehmer später durch einen Übungsparcours im Brandcontainer.


Artikel vom 31.01.12 - 12:00 Uhr
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