
Sein Hobby sind Oldtimer. Immer nach Feierabend und am Wochenende trifft man Hans Heidenreich bei seinen Treckern an. Zurzeit schraubt er an seinem Deutz, einem Bauernschlepper. „Der Trecker soll am Sonntag vor die Dresche und sie antreiben“, sagt Heidenreich. Dafür hat der 59-Jährige noch eine neue Kupplung eingebaut. „Jetzt fehlt nur noch das Gestänge zum Kupplungsantrieb“, sagt er und holt sich einen Schraubenschlüssel. Das Gestänge zeigt noch in die falsche Richtung. Bis Sonntag ist es am richtigen Ort montiert. Anschließend noch ein bisschen putzen, volltanken, dann kann es losgehen.
Zum zweiten Mal laden die Moorriemer Treckerfreunde zum Oldtimertreffen ein. Zum ersten Treffen im Jahr 2006 kamen 180 Trecker – ein Paradies für Liebhaber alter Maschinen.
Ein Oldtimer ist auch der Deutz von Hans Heidenreich, den alle Moorriemer Treckerfreunde Hansi nennen. Der Trecker stammt aus dem Jahr 1953. Angetrieben wird er mit einer Handkurbel. „Vor jedem Gebrauch braucht der Motor noch ein paar Tropfen Öl“, sagt Heidenreich. Elf Pferdestärken ersetze der Motor.
Seit 20 Jahren beschäftigt sich Hans Heidenreich mit Oldtimern. In seiner Freizeit kümmert er sich um den Deutz und seine zehn anderen Fahrzeuge. Klar, dass der 59-Jährige auch Mitglied im Verein der Moorriemer Treckerfreunde ist und regelmäßig mit Gleichgesinnten über Traktoren fachsimpelt. Auch auf Oldtimertreffen ist der Huntorfer regelmäßig anzutreffen.
Auch am morgigen Sonntag ist Hans Heidenreich mit dabei. Dann stehen alleine von den 40 Mitgliedern der Moorriemer Treckerfreunde Oldtimer der Marken Lanz, Frendt und Deutz, Hanomag, Porsche, Eicher, Güldner, IHC, MAN, Bischoff (sehr selten), Ursus, Bautz und John Deere zum Bestaunen bereit. „Wir freuen uns auf unsere Gäste mit ihren Fahrzeugen“, sagt Horst Knutzen von den Moorriemer Treckerfreunden.
In Moorriem sagt man zu den in der Landwirtschaft genutzten Fahrzeugen nur Trecker. Das Wort wurde aus dem plattdeutschen vom Verb „trecken“ für ziehen abgeleitet. Andere Begriffe wie Bulldog, Schlepper, landwirtschaftliche Zugmaschine und Traktor sind aber auch bekannt.
Doch nicht nur beim Besichtigen der Maschinen geht es für die Besucher des Oldtimertreffens auf Zeitreise. Die Treckerfreunde werden vorführen, wie das Heu zu Urgroßmutters Zeiten geerntet wurde. Das Korn, welches am Sonntag gedroschen wird, wurde in Loy bei Gerhard Visser nach altem Brauch mit einem Selbstbinder geschnitten. „Ich bin gespannt, ob mein Deutz und die Dresche harmonieren und ob alles funktioniert“, sagt Hans Heidenreich.
Für die Kinder sind zahlreiche Spiele vorbereitet. Ponyreiten wird genauso wenig fehlen wie eine Rundfahrt mit dem Trecker. Ein Auftritt der Quetschkommoden steht auf dem Programm und auch die „Tanzmäuse“ vom Bardenflether Turnerbund haben etwas geplant. Bis es soweit ist, schraubt Hans Heidenreich noch an seinem Deutz.
