
Während ihrer Reise ließen Erwin Wagner, Joachim Ziewitz und Onno Ficke die Tonne keine Sekunde aus den Augen. Alle drei sind ehrenamtliche Mitarbeiter des Schiffahrtsmuseums Unterweser, zu dem das Haus Elsfleth gehört, und engagierten sich mit Heino Paradies und Uwe Schmidt, dass die Tonne nach Elsfleth kommt. Erwin Wagner hat den Anstoß dafür gegeben, dass das Wasser- und Schifffahrtsamt in Bremerhaven das Seezeichen zur Verfügung gestellt hat – und die Tonne kostenlos zur Elsflether Werft gebracht hat. Dort haben Mitarbeiter der Werft – ebenfalls ohne Gegenleistung – zunächst den Schwimmkörper gekürzt und beide Teile – den Kessel wie den Leuchtaufsatz – geschliffen und neu gestrichen. „Wir sind glücklich und dankbar, dass wir von so vielen Seiten unterstützt werden für diesen tollen Blickfang“, freute sich Museumsleiterin Christine Keitsch.
Auf dem Lkw und mit rund 30 Kilometern pro Stunde ging es gestern vom Süden der Stadt zur Weserstraße 14. Nur eine Stunde brauchten die Männer, bis der Schwimmkörper am richtigen Fleck saß. Der Leuchtaufsatz liegt noch daneben, denn in den Kessel der Leuchttonne soll zunächst Beton gefüllt werden. „Damit er nicht irgendwann umkippt. Schließlich steht die Tonne mit sechs bis acht Grad Neigung im Garten“, erklärte Erwin Wagner. Der 70-Jährige aus Hude war nach dem gelungenen Transport der beiden Teile, die zusammen rund zwei Tonnen wiegen, sichtlich erleichtert. „Ich bin wirklich stolz. Sie sieht einfach super aus.“
Wenn alles fertig ist, soll die rund sechseinhalb Meter hohe Tonne auch leuchten. Die Männer von der Elsflether Werft haben den Laternenaufsatz gleich noch von Gas- auf Stromantrieb umgestellt. „Wir müssen schauen, wie das dann klappt“, sagte Erwin Wagner. „Die Leuchttonne ist schließlich ein Seezeichen und die Hunte ist nicht weit weg.“
Die Leuchttonne 220/1 ist mittlerweile 90 Jahre alt, berichtete Erwin Wagner. Ihre letzte Position hatte sie bis 1987 kurz vor Mellumplate, insgesamt 67 Jahre war sie im Einsatz. Nun ist sie das erste Schmuckstück im Garten des Museums.
Insgesamt wird dieser für knapp 80 000 Euro umgestaltet. 40 000 Euro davon kommen aus dem Fördertopf Wesermarsch in Bewegung, weitere 30 Prozent fließen aus den Mitteln von Leader-plus in das Projekt. Der Rest wird aus Eigenmitteln finanziert.
