X Diesen Artikel versenden


Absender-E-Mail*
Empfänger-E-Mail*
Nachricht*

szmtag

Raserei im Ort bringt Anwohner auf Palme


Altenesch. „Muss denn immer erst etwas passieren, bevor endlich geeignete Maßnahmen zur Sicherung und Beruhigung des Verkehrsflusses eingeleitet werden?“ Diese Frage stellt Uwe Schneider von der Bürgerinitiative (BI) „pro B 212 neu“ in den Mittelpunkt eines Schreibens an die Verkehrsbehörde des Landkreises Wesermarsch. Von Hannelore Johannesdotter


In dem offenen Brief fordert er Maßnahmen zur Beruhigung des Verkehrs in der Ortsdurchfahrt Altenesch im Zuge der Landesstraße 875.

Im Namen von Anwohnern der Landesstraße, die in Altenesch Hauptstraße heißt, schlägt er vor, die Schilder am Ortsein- und -ausgang wieder auf ihre früheren Standorte zurückzuversetzen. Anwohner wollen beobachtet haben, dass Laster mit Tempo 70 durch den Ort brausen. „Von den Pkw sind nach allgemeiner Empfindung mindestens 40 bis 50 Prozent zu schnell“, schreibt Uwe Schneider.

Die Folge: Ältere Mitbürger und kleine Kinder können ohne Hilfe kaum mehr die Hauptstraße allein überqueren. Als eine weitere Alternative schlägt Uwe Schneider die Reduzierung der Geschwindigkeit für Lastkraftwagen auf Tempo 30 vor.

Hintergrund für das Schreiben ist die Beobachtung, dass der Verkehr auf der Landesstraße 875 in den zurückliegenden 25 Jahren stark zugenommen habe. „Dadurch hat sich auch der Anteil der Raser wesentlich vermehrt“, schreibt Uwe Schneider. Einige Motorradfahrer flögen nur so durch den Ort. Baufahrzeuge sowie Lastwagen bekannter Speditionen scheuten nicht davor zurück, den Ort mit Tempo 70 zu durchfahren. Dies hätten Autofahrer ermittelt, die in gleichem Tempo folgten.

Die Anwohner nerve auch der Lärm durch den erhöhten Verkehr. Dieser schade ihrer Gesundheit. Uwe Schneider zitiert Studien, die erhöhtes Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen ursächlich auf den Verkehrslärm zurückführen. Der Körper reagiere selbst dann darauf, „wenn wir den Lärm nicht bewusst wahrnehmen und uns somit subjektiv nicht durch ihn gestört fühlen“, schreibt Uwe Schneider.

Er erwartet als Reaktion auf seinen Brief, dass sich Verkehrsbehörde und Straßenbauamt mit Anwohnern der Hauptstraße in Altenesch zusammensetzen, und gemeinsam beratschlagen, wie mit einfachen, kostengünstigen Mitteln und Maßnahmen Lärm und Verkehrsgefährdung minimiert werden könnten.

Weitere Belastungen erwartet

Uwe Schneider sieht sein Schreiben vor dem Hintergrund, dass kein zeitnaher Lückenschluss der B 212 neu zwischen Krögerdorf und Bremer Gebiet erwartet wird. Noch während der Bauphase auf Berner Gebiet, so die Erwartung, werde die Verkehrsbelastung durch zusätzliche schwere Baufahrzeuge auch in Altenesch erheblich zunehmen.


Artikel vom 04.02.12 - 12:00 Uhr
| drucken | versenden