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Moorriemer proben Aufstand


Moorriem/Ovelgönne. Ovelgönne fest im Moorriemer Hand: Nor-Ger hatte zur Informationsveranstaltung über die geplante Stromtrasse in den König von Griechenland eingeladen – und mehr als 100 Interessierten kamen, rund 80 Prozent von ihnen aus Moorriem, dem Zentrum des Widerstands. Von Tina Dittmann


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Dorothee Kastner-Haas

„Mit so viel Widerstand haben wir nicht gerechnet“, konstatierte Nor-Ger-Referentin Dorothee Kastner-Haas Kritiker des in Moorriem geplanten Übergabe Punktes am Ende der Mega-Energieleitung waren sogar mit dem Bus angereist. Vertreter der Betreiberfirma Transpower waren auf der Nor-Ger-Veranstaltung nicht zugegen.

Zu Beginn der Veranstaltung erläuterten die Nor-Ger-Vertreter Kastner-Haas und Pressesprecher Dr. Matthias Hochstätter sowie Planer Henning Benz von der Firma Fichtner das Projekt. Die Trasse führt von Norwegen durch die Nordsee nach Butjadingen. Von dort führen zwei Erdkabel über circa 50 Kilometern nach Moorriem. Das Nor-Ger-Kabel soll 2015 in Betrieb gehen. Der Netzbetreiber Transpower (ehemals Eon Netz) hat Nor-Ger als Einspeisepunkt Moorriem zugewiesen.

Der genaue Trassenverlauf stehe noch nicht endgültig fest, die Detailplanung sei noch nicht abgeschlossen, berichtet Dorothee Kastner- Haas. Das wäre im jetzigen Planungszeitraum auch zu früh. Der konkrete Routenkorridor werde im Raumordnungsverfahren festgelegt.

„Es schockt mich, dass hier immer nur von Moorriem geredet wird“, sagt Cordula Rebehn von der Bürgerinitiative, „dabei geht es doch auch um das unterirdisch verlegte Kabel“. Die Moorriemer befürchten erhebliche Eingriffe in ihre Umwelt: „Das ist reines Profitstreben, aber wir haben noch etwas anderes, nämlich unsere Landschaft, in der wir leben“, sagt Rebehn. Sie fragt, ob es nicht möglich sei, das Kabel in der Weser zu verlegen. „Das ist technisch nicht machbar und naturschutzrechtlich nicht genehmigungsfähig“, entgegnet Kastner-Haas. Auch das Kernkraftwerk Unterweser (KKU) würde als Standort nicht in Frage kommen. Solange das KKU noch am Netz ist, könne dort nicht angebunden werden.

„Transpower verantwortlich“

Für den Anschlusspunkt sei der Netzbetreiber verantwortlich, betont Nor-Ger-Sprecher Hochstätter. Transpaower habe sich für Moorriem entschieden. „Und da müssen wir nun leider hin“, sagt Hochstätter.

„Sie wissen hoffentlich, dass ihnen da erheblicher Gegenwind drohht“, entgegnet der Moorriemer Rolf Mielke und überreicht Hochstätter eine Liste mit 1000 Unterschriften gegen den Standort Moorriem.

Für die Grünen-Landtagsabgeordnete Ina Korter würde Moorriem gar nicht zur Debatte stehen, wenn das Eon-KKU vom Netzt gehen würde. Korter befürchtet, dass Transpower als ehemaliger Ableger von Eon den Atomausstieg nach hinten legen will.

Hochstätter erklärte sich nicht zuständig für die Bedenken: Ein Atomausstieg sei eine politische Frage, die woanders entschieden werde. Nor-Ger hätte den Standort am Kernkraftwerk zwar von Anfang an favorisiert, aber Transpower werde sein Umspannwerk so oder so bauen, wo es wolle.

„Sie betrügen die Leute wissentlich“, wirft Dirk Dettmers aus Rodenkirchen erbost ein. Es gäbe ein Gesetz, wonach das KKU 2012 abgeschaltet wird. Zurzeit favorisiert die Bundesregierung allerdings eine Laufzeitenverlängerung für deutsche Atomkraftwerke von bis zu 15 jahren.

Allein die Konverterstation in Moorriem benötigt ein Areal von mindestens zwölf Hektar Land. Ob die Grundstücke zwischen Elsfleth und Moorriem, die zum Teil in Transpower-Besitz sind, an Nor-Ger verkauft werden, will Cordula Rebehn wissen. „Im Moment nicht“, antwortet Dorothee Kastner-Haas. Daraufhin kündigt die Kritikerin aus Moorriem an, dass die Moorriemer Landwirte im Falle eines Verkaufs von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen werden.

„Schützengraben in Bayreuth“

Viele Fragen blieben an diesem Abend offen. Die Nor-Ger-Vertreter verwiesen immer wieder auf Transpower. Doch von denen war niemand anwesend. Das kritisierte auch der Moorriemer Ratsherr Horst Kortlang (FDP).

„Unsere Ansprechpartner sitzen im Schützengraben in Bayreuth“, ruft Kritiker Mielcke und verlässt nach zwei Stunden zusammen mit den anderen Kritikern aus Moorriem den Saal.

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Der Knotenpunkt der drei roten Linien kennzeichnet den von Transpower gewünschten Übergabepunkt mit Umspannwerk am Nordermoorer Hellmer direkt am westlichen Ende von Vorwerkshof. Auf der Vorzugsfläche 2 könnte auf der gegenüberliegenden Seite dann die in möglichst großer Nähe zu errichtende Konverstation entstehen.
Artikel vom 01.09.10 - 06:00 Uhr
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