Damit folgte der Ausschuss einem Vorschlag von Bürgermeisterin Traute von der Kammer. Sie hatte zuvor deutlich gemacht, dass es nicht um neue Gutachten gehe, denn ein städtebauliches Entwicklungskonzept Innenstadt Elsfleth liege bereits vor. Daraus ließen sich weitere Maßnahmen ableiten. Die Herrichtung eines multifunktionalen Kajenplatzes – im Haushalt sind dafür 218 800 Euro für den ersten Bauabschnitt eingestellt – sollte nicht isoliert betrachtet werden, sagte die Bürgermeisterin.
Traute von der Kammer: „Ich plädiere dafür, Geld in den Haushalt einzustellen, um Planung im größeren Stil betreiben zu können.“ Als „Hausnummer“ schlug sie 30 000 Euro für Planungen vor – „egal, was wir als Einzelmaßnahmen aus dem Konzept ableiten und ob wir sie überhaupt ausgeben“. Horst Brunken, bei der Kommune für die Stadtplanung zuständig, ergänzte, dass ohnehin Finanzausschuss und Rat der Summe noch zustimmen müssen und die Politik letztlich entscheide, mit welcher Maßnahme es losgehe.
Die Vertreter der SPD konnten sich mit dem Vorschlag anfreunden. „Was nützt es, dass ein Gutachten in der Schublade liegt und wir nichts umsetzen“, sagte Karin Gelhaar. Anhand des vorliegenden Konzeptes sollten Planungen gemacht werden, erst dann gehe es an die Umsetzung, ergänzte Wolfgang Nieß, der davor warnte, zum Stillstand zu kommen. Auch Horst Kortlang (FDP) konnte sich mit einem Titel im Haushalt anfreunden.
Zuvor hatte Alexander von Perger (CDU) über Ergebnisse der Stadtentwicklungskommission berichtet. Diese war unter seinem Vorsitz im vergangenen Jahr ins Leben gerufen worden und tagte sieben Mal. „Aber letztendlich scheitert es am Geld“, resümierte Alexander von Perger. Als einen wichtigen Punkt nannte er das Schaufenster-Coaching: Eine Dekorateurin ging von Geschäft zu Geschäft. Eine Hausmaklerin sprach Besitzer von Leerständen an. Der Versuch, einen Second-Hand-Laden nach Elsfleth zu ziehen, klappte nicht, ebensowenig die Einrichtung eines Bürgerbusses. Der wäre für Elsfleth ein Verlustgeschäft. Am Hafen gibt es aber nun einen Fischstand.
Noch offen sei die Idee, über das Schulzentrum ein Projekt zur Stadtentwicklung anzuschieben: „Der Schulleiter ist begeistert, aber weiter sind wir nicht gekommen.“ FDP-Mann Kortlang regte an, auch die Fachhochschule mit ins Boot zu holen.
