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Kritik an Baumfällaktion in Oberhammelwarden

Elsfleth. In Oberhammelwarden wird seit Wochenbeginn von staatlicher Seite ein Weiden-Auwald abgeholzt. Dies stößt auf scharfe Kritik des Naturschutzbundes Nabu. Die Rodung sei ein gesetzwidriger Eingriff in die Natur und bewirke zudem das Gegenteil des angeblichen Zweckes, sagte Franz-Otto Müller vom Nabu Wesermarsch der Kreiszeitung.

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Ein Auwald wird zurzeit an der B 212 in Oberhammelwarden gerodet . Von Umweltschützern kommt scharfer Protest. Foto pr

Es geht um eine Fläche westlich der Bundesstraße, ungefähr auf halbem Weg zwischen Lienen und Oberhammelwarden. Die diente bis Anfang der 90er Jahre als Bodenentnahmestelle für tonhaltige Erde zur Ziegelherstellung, zuletzt für die bundesweit bekannte Firma Wienerberger.

Später, als das Vorkommen erschöpft war, hatte Wienerberger die Fläche dem Nabu Wesermarsch für den symbolischen Preis von einem Euro angeboten. „Das war zwar sehr reizvoll, aber wegen der Folgekosten für uns leider eine Nummer zu groß“, berichtet Müller. In den vergangenen Jahren hat sich in dem feuchten Aushubbecken quasi von selbst ein Weiden-Auwald mit Röhricht und anderen Biotop-Typen entwickelt. Aus Sicht des Nabus „ein optimaler Lebensraum für Fauna und Flora“.

Inzwischen war die Fläche im Besitz des Landkreises und wurde Unternehmen als sogenannte Ausgleichsfläche angeboten. Mit dem Kauf und der naturnahen Wiederherrichtung von Flächen können Unternehmen eigene Eingriffe in die Natur wie vom Gesetz vorgesehen kompensieren.

So kam die Jade-Weser-Port-Gesellschaft ins Spiel, die die Fläche übernahm und den Niedersäschsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit der „Optimierung/Neuherstellung von Rohrdommel-Bruthabitaten auf den Flächen der ehemaligen Tongruben“ beauftragte.

Bei diesem Verfahren seien die Naturschutzverbände außen vor gelassen worden. „Das haben die ganz schlau gemacht“, sagt Müller. Vorschläge des Nabu seien vom NLWKN „arrogant weggewischt“ worden, klagt der Umweltschützer.

Nun also wird auf dem Gelände ein Weiden-Auwald abgeholzt. Ein Viertel der Bäume sei schon weg. „Alles angeblich für die Rohrdommel, aber völlig überflüssig und vor allem schädlich“, meint Müller. „So wie es bislang war, gab es ohnehin schon eine gute Struktur für die Rohrdommel. Die einzig notwendige Maßnahme wäre eine bessere Wasserstandsregelung über einen Kanal gewesen.“

Nun werde der Lebensraum für viele andere Tiere vernichtet – „für Röhricht und Wasserflächen, dabei gibt’s schon genug davon“. Bei der Abholzung des Auenwädchens handelt es sich nach Ansicht der Umweltschützer um einen schwerwiegenden Eingriff in einen natürlichen Lebensraum. Und das sei gesetzwidrig, weil dafür ein Planfeststellungsbeschluss nötig wäre.

Der Nabu will die Abholzaktion jetzt erstmal gerichtlich stoppen lassen. „Und falls das Kind schon in den Brunnen gefallen sein sollte, werden wir das trotzdem nicht auf sich beruhen lassen“, betont Müller: „Wir werden alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen.“ (tv)

Artikel vom 09.02.12 - 12:00 Uhr
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