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Krach machen für den Sieg

Lemwerder/Hannover. Wer bei dem Bandnamen E-Protool zunächst wahlweise an elektronische Klänge oder aber eine populäre digitale Aufnahmetechnik denkt, liegt in beiden Fällen falsch: Der aus Lemwerder, Hude, Ganderkesee, Delmenhorst und Stuhr stammende Fünfer widmet sich vorzugsweise Metalcore-Klängen härterer Gangart, die zudem mit Vorliebe mittels analogem Aufnahmeequipment auf Tonträger konserviert werden.

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Mit brachialen Sounds jenseits aller gängigen Radiokonventionen überzeugte die Metalcore-Band E-Protool, Publikum und Jury der Oldenburger Regionalvorentscheide des bundesweiten Wettbewerbs Loacal Heroes. Foto: pf

Kein Jahr nach ihrer Gründung geht es für E-Protool schon jetzt um bedeutsames Prestige: Am kommenden Sonnabend, 11. September, werden sie im Musik-Zentrum Hannover um den Einzug ins Länderfinale des diesjährigen „Local Heroes“-Bandwettbewerbs antreten.

Frische Besetzung

Dabei fanden sich die Mannen um den Lemwerderaner Schlagzeuger Kevin Thomas erst im Oktober letzten Jahres zu ihrer jetzigen Besetzung zusammen. „Angefangen hat alles eigentlich als reines Zwei-Mann-Spaßprojekt, als sich unserem Gitarristen Alexander Schwarz und mir die Gelegenheit bot, hin und wieder gemeinsam in einem Proberaum zu jammen“, reflektiert der Schlagwerker.

Nach und nach kristallisierten sich im Laufe dieser Sessions jedoch auch eigene Songideen heraus: „Als wir dann angefangen haben, eigene Lieder zu schreiben, war uns klar, dass wir wohl noch weitere Musiker brauchen“, sagt Thomas. Ein zweiter Gitarrist war in Person von Mario Großkopf, einem langjährigen Freund Schwarzes, schnell gefunden. Der Delmenhorster Bassist Patrick Mühlmeister und Shouter Dennis Schwalenberg aus Stuhr meldeten sich daraufhin auf eine Internetanzeige im „Bremer Musiker Board“.

Studio geentert

Nachdem in dieser Besetzung im Proberaum des Jugendzentrums „Trend“ in Ganderkesee erste Songs entstanden, welche den Jungkünstlern aufnahmewürdig erschienen, enterte man flugs im Rahmen einer der dortigen „Rock ’n’ Roll-Gangbang“-Aufnahmesession das Hörwerk-Tonstudio nahe Bookholzberg.

Mit der Demo-CD bewarb man sich zunächst ohne große Erwartungen beim Oldenburger Regionalvorentscheid des bundesweit ausgetragenen „Local Heroes“-Bandwettbewerbs, trat in dessen Rahmen im dortigen Club Cadillac an – und gewann prompt. Auch den Sieg des nunmehr im „Amadeus“ stattfindenden Folgeentscheids konnten E-Protool mit ihrem brachialen Sound jenseits aller gängigen Radiokonventionen für sich verbuchen.

In Hannover geht es für die Band am kommenden Sonnabend nunmehr um den Einzug ins Länderfinale, das am 25. September ebenfalls im Musik-Zentrum ausgetragen wird. Der dortigen Siegerband winkt unter anderem ein Einzug ins Bundesfinale in Berlin.

Natürlich hoffen die Mannen um Thomas auf einen Landessieg, doch auch das bisher Erreichte erfüllt den Schlagwerker mit Stolz: „Es ist schon ein gutes Gefühl, bei der Preisverleihung vermittelt zu bekommen, von allen angetretenen Bands die beste gewesen zu sein.“

Verbesserte Versionen

Neben dem Einzug ins Semi-Länderfinale bestand der Preis des Regionalvorentscheids für die jungen Haudegen aus drei weiteren Aufnahmetagen, abermals im Hörwerk-Tonstudio. Diese nutzt die Band derzeit eifrig dazu, das Demomaterial noch einmal in verbesserten Versionen auf Tonträger zu bannen sowie um einige frische Krachbolzen zu ergänzen.

Eine offizielle CD-Veröffentlichung dieser Aufnahmeergebnisse ist bislang jedoch nicht geplant. Stattdessen gedenkt man, die Fangemeinde kostenlos via Internet oder bei Bedarf auch mittels selbst gebrannter CD-Rohlinge zum Selbstkostenpreis an den jüngsten Aufnahmeergebnissen teilhaben zu lassen.

Und auch ansonsten üben sich die charmanten Krachfanatiker trotz ihres fulminanten Szeneeinstiegs in erfrischender Bescheidenheit: „Natürlich werden wir in nächster Zeit erkunden, ob unser Sound auch für ein Label von Interesse sein könnte.

Bis dahin wollen wir jedoch so oft wie möglich live spielen“, erklärt der Schlagwerker, der seine ersten Instrumenterfahrungen bei der Lemwerderaner Show- und Drumband Blue Eagles sammelte. Nebenbei lüftet Thomas auch das Rätsel um die tendenziell irreleitende Namensfindung: „Der Name geht auf den Hersteller eines Schlagbohrers zurück, was wir für unseren Sound recht passend fanden. Also haben wir einfach ein E- davor gesetzt“, erklärt der hauptberufliche Metallbauer. (pf)

Artikel vom 08.09.10 - 06:00 Uhr
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