Friedrich Harmsen war am Abend des 5. Juli in seinem Bekleidungsgeschäft in Berne direkt an der B 212 erschlagen worden. Erst am darauf folgenden Tag wurde die Leiche von Mitarbeitern des gegenüberliegenden Rathauses entdeckt. Sie waren stutzig geworden, weil der als kauzig geltende Kaufmann an diesem Vormittag nicht wie üblich in seinem alten Audi auf dem Rathausparkplatz auf Kunden wartete.
Wenn jemand an der verschlossenen Geschäftstür rüttelte, stieg Harmsen aus und ging über die Straße zu seinem Laden. Darin sah es aus, wie in den 1950er Jahren. Passanten mutmaßten, die Schaufensterdekoration sei seit Jahrzehnten dieselbe.
Und Harmsen, auch das war bekannt in Berne, versteckte große Summen Bargeld in seinem Geschäft – bevorzugt in Kleiderstapeln. All das ist ihm zum Verhängnis geworden. Finanzielle Probleme waren es, die Torsten T. als sein Tatmotiv angab.
Knapp zwei Monate lang war eine 30-köpfige Sonderkommission der Polizei unter der Leitung von Robert Kalka dem Täter auf der Spur. Der Landkreis in Brake stellte Räume zur Verfügung. Modernste Technik kam zu Einsatz, wie eine Kamera, mit der der Tatort und seine Umgebung räumlich dargestellt werden. Profiler des Landeskriminalamtes rekonstruierten das Tatgeschehen. Auch ein Spezialhund der Polizei in Stralsund kam zum Einsatz: Labradorrüde Bonny kann Geld erschnüffeln. Dann hatte die Polizei das Puzzle zusammengesetzt, das schließlich zur Verhaftung von Torsten T. führte.
