Die Fachkraft für Hafenlogistik soll den herkömmlichen Ausbildungsberuf Hafenfacharbeiter ersetzen. Wie Projektleiter Joachim Keller, gelernter Nautiker und zuletzt als 1. Offizier für DAL auf den Weltmeeren, erläutert, sind die „Anforderungen in der Hafenlogistik in den vergangenen Jahren immer komplexer geworden“.
Und so lernen die angehenden Fachkräfte in Elsfleth auch ein breites Spektrum an Tätigkeiten: den Umschlag von Gütern im Schiff, am Kai und im Lager, die Bearbeitung von Fracht- und Ladepapieren oder auch das Erstellen von Stauplänen anhand der Maße und Gewichte der einzelnen Güter.
Die Bildung von Ladungseinheiten für ein Schiff oder für den Weitertransport auf der Straße steht ebenso auf dem Lehrplan wie die Qualitätsprüfung der Ladungsgüter. Gelernt wird auch das Führen von sogenannten Umschlagsgeräten wie Gabelstapler.
Die Ausbildung beinhaltet zudem ein zehnmonatiges Praktikum in verschiedenen Unternehmen der deutschen Seehafenwirtschaft an der Unterweser. Dazu kommt der verpflichtende Berufsschulunterricht in Nordenham beziehungsweise in Elsfleth.
Damit wird schon deutlich, wie anspruchsvoll die künftige Tätigkeit der angehenden Fachkräfte für Hafenlogistik sein wird. Und deshalb müssen Bewerber für die Ausbildung auch schon einiges an Qualifikation mitbringen: Führerschein Klasse B, körperliche Belastbarkeit und ein möglichst gutes Schulenglisch.
Die entscheidenden Voraussetzungen für den Beruf müssen die Bewerber quasi von sich aus mitbringen: „Pünktlichkeit und uneingeschränkte Bereitschaft zur Schichtarbeit sind unabdingbar“, unterstreicht Projektleiter Keller.
2000 Unterrichtsstunden innerhalb von zwei Jahren warten auf die Teilnehmer. Gefördert wird diese Ausbildung durch die Agentur für Arbeit. Start für die zunächst maximal 16 Teilnehmer in Elsfleth ist der 30. August. Und: „Es sind noch Plätze frei“, sagt Keller.
Die Berufs- und Verdienstaussichten sind nach Einschätzung von Joachim Keller außerordentlich gut: „Ein Großteil der jetzigen Hafenfacharbeiter geht auf die Rente zu, die Konjunktur springt auch in den Häfen wieder an und im Schichtdienst kann man ordentlich Geld verdienen.“
