
Die immer längeren Rotorblätter, die bei SGL Rotec hergestellt werden, sollen künftig über die Industriestraße und Motzener Straße auf den Weg zum Autobahnanschluss Bookholzberg transportiert werden, damit die Kreuzung in Krögerdorf nicht aufwendig umgebaut werden muss. Das geht aber nur, wenn die Bahntrasse ab dem Bahnübergang Am Schaart wenigstens als Baustraße hergerichtet wird. SGL Rotec lässt den Boden bereits untersuchen und würde auch die Kosten tragen, hieß es im Finanzausschuss. Während SPD, CDU und FDP dem Vorschlag umgehend zustimmten, bat die Grünen-Fraktion um Bedenkzeit, da sie erst am Tag der Entscheidung von den Plänen erfahren hatte.
Dabei blieben die Grünen auch, als Bürgermeister Hans-Joachim Beckmann darauf hinwies, dass es manchmal eben schnell gehen müsse. Die Verwaltung selbst habe erst jüngst davon erfahren, dass ein Transport der Rotorblätter über die Ernst-Pieper-Straße, die Hauptstraße und in Krögerdorf im 90-Grad-Winkel auf die B 212 in Richtung Bookholzberg wegen der Länge der neuen Rotorblätter und wegen des hohen Aufwands für die Absicherung durch die Polizei künftig nicht mehr möglich sei. Als der Bürgermeister dann nachlegte, wer der Baustraße nicht sofort zustimme, spreche sich für eine Verlegung der Rotorblattproduktion nach Bremerhaven aus, erntete er dafür allerdings nur Lachen und Kopfschütteln.
Dabei hatte Beckmann zuvor selbst dafür gesorgt, dass die Grünen mit ihrer Zustimmung zögerten. Denn zusammen mit den Plänen, das verbliebene Schotterbett der Bahntrasse für Schwerlasttransporte befahrbar zu machen, stellte der Bürgermeister die weitergehenden Überlegungen vor, den Abschnitt der Industriestraße zwischen Am Schaart und der Einfahrt zur Lürssen-Werft gleich ganz auf die ehemalige Bahntrasse zu verlegen. Dazu präsentierte er Skizzen, auf denen das Logo von SGL Rotec zu sehen war.
Anders als beim Punkt Straßenbaupläne waren sich die Grünen mit allen anderen Fraktionen einig, als es um die Haushaltsposten für die Feuerwehren ging. Dabei handelt es sich um Ausgaben für Überjacken, Führerscheine oder auch die Fortbildungskosten der Hundeführer der Rettungshundestaffel. Die Entscheidung, ob die Außenanlagen beim Feuerwehrhaus in Bardewisch (Kosten: 50 000 Euro) schon dieses Jahr hergerichtet werden, wurde noch einmal zusammen mit rund 30 anderen Anträgen der unterschiedlichen Fraktionen zurückgestellt. (jau)
