
Seit zehn Jahren zieht es die in Bolivien geborene, vielseitige Künstlerin in jedem Sommer für ein paar Tage nach Lemwerder, wo sie gemeinsam mit den jungen Kursteilnehmern in der Begu elementare Grundtechniken der kunstvollen Specksteinbearbeitung einübt. „Das Besondere am Speckstein ist, dass dieser nach der Bearbeitung zwar aussieht wie edles Quarzgestein, sich dabei aber im Prinzip so leicht bearbeiten lässt wie Holz“, erklärt Paul ihre Begeisterung für das Material.
Der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt: Neben Herz-, Stern- und Autoskulpturen zeigen Reliefarbeiten den Mond oder abstrahierte Meeresbewohner. „Ich fand den Mond einfach schön“, gewährt Katja einen Einblick in ihre künstlerische Intention. Andere wiederum verfolgen zwar etwas ungewöhnliche, aber durchaus praktische Hintergedanken, wie beispielsweise die fünfjährige Thu, die eigens für die am heimischen Teich wohnhaft gewordene Kröte einen Sprungturm modelliert hat.
Wieder andere lassen sich gänzlich intuitiv vom Verlauf des Gestaltungsprozesses leiten. „Was wird denn das?“, fragt Paul einen der überaus konzentriert und zielorientiert wirkenden jungen Künstler. „Das weiß ich erst, wenn's fertig ist“, lautet die Antwort.
Kaum einer erstellt im Laufe des Kurses nur ein einziges Objekt. Insgesamt 60 Kilogramm Speckstein sind es, die innerhalb von drei Kurstagen von den nach Alter in zwei Gruppen aufgeteilten Teilnehmern zu kleinen Kunstgegenständen verarbeitet werden. Allein die Gruppe der bis zu Zehnjährigen zählt bereits fünfzehn Teilnehmer.
Darunter finden sich zahlreiche „Mehrfachtäter“, wie etwa die zehnjährige Amy, die bereits zum vierten Mal zu den Teilnehmern des Specksteinkurses gehört. „Es macht großen Spaß, das Handwerkliche zu erlernen“, begründet sie ihr Kommen. Dennoch findet sich in ihrem eigenen Kinderzimmer nur eine überschaubare Anzahl an Objekten aus Speckstein: „Die meisten verschenke ich an meine Familie oder Freunde“, schmunzelt die Zehnjährige. (pf)
