
Die Probefahrt funktionierte jetzt reibungslos. Ohne Probleme drehte Dieter Nießen sein 20 Meter langes und sechs Meter breites Schiff, das einen Tiefgang von 1,20 Metern hat, im Hafenbecken in Wremen. „Das Manövrieren geht wunderbar, auch wenn das Wasser einen dreiviertel Meter niedriger als gewöhnlich aufgelaufen ist“, stellte der Kapitän beim Wenden fest.
Die Idee, die „Wega II“ von und nach Wremen einzusetzen, stammt vom Wremer Kutterfischer Wolfgang Peters, der regelmäßigen Regattabesuchern in Fedderwardersiel kein Unbekannter sein dürfte. Im Gespräch mit Kapitän Nießen wurde man sich schnell einig und die Kurverwaltung Land Wursten eingeschaltet. „Eine gute Idee, die ausbaufähig ist“, sagt Jörg Hammann, Mitarbeiter der Kurverwaltung.
Vor gut 20 Jahren wurde von Fedderwardersiel aus schon einmal der Versuch gestartet, Personen nach Wremen zu befördern und Wremer Gäste für einen Kurzausflug mit auf die Weser zu nehmen. „Damals waren es andere Voraussetzungen. Unser Hafen und das Umfeld waren auch längst nicht so attraktiv wie heute“, erläutert Wremens Hafenmeister Jürgen Brandt. Auch habe der Schlick die Einfahrt in den Hafen behindert.
„Ich plane ab Mai drei bis vier Touren im Monat und werde mich bei der Fahrplangestaltung nach der Springtide richten“, so Dieter Nießen. Noch in diesem Monat soll ein Fahrplan aufgestellt werden
Die Tour von Wremen ins Wattenmeer soll für die Wurster Gäste zu einer Besonderheit werden. „Es wird eine Fahrt mit Netzfang“, so Kapitän Nießen. Mit dem kleinen Fangnetz – im Vergleich mit den Netzen auf den Krabbenkuttern eine Miniaturausgabe – werden die kleinen Meeresbewohner wie Krebse, Seesterne, Muscheln, Krabben oder Fische gefangen und an Deck in kleine Behälter gekippt. Der sogenannte Beifang wird sortiert, erklärte Dieter Nießen. Die Meeresbewohner kommen anschließend wieder ins Freie.
„Aber nicht alle“, schmunzelt Dieter Nießen. „Zwei, drei Liter Krabben werden an Bord gekocht und von den Gästen verzehrt. Vorher wird genau erklärt, wie man die Jungs aus dem Pullover bekommt.“ Das heißt: Den Gästen wird gezeigt, wie Speisekrabben gepult werden.
