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Waddenser wollen Hörstuhl


Waddens. Dem Vorhaben, in Waddens einen weiteren Hörstuhl oder Vertellstohl zu errichten, sehen die Waddenser Bürger wohlwollend entgegen. Um das Interesse auszuloten und entsprechende Ideen zu sammeln, hatte der Gemeindekirchenrat zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Von brigitte rademann


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Der Waddenser Pastoreigarten wurde als möglicher Standort für den vierten Hörstuhl in Butjadingen vorgeschlagen. Foto rade

Pastor Klaus Braje begrüßte dazu auch die Initiatoren Bärbel Deharde, Ute Extra und Projektleiter Gerhard Bruns, die über den Hörstuhl informierten und Fragen beantworteten. Viele Antworten gab die Präsentation der bereits errichteten Kunstwerke.

In ihrem bebilderten Vortrag stellten die beiden Künstlerinnen und der Projektleiter die einzelnen Arbeitsschritte vor und zeigten Fotos von den Einweihungen. Für sie sei es wichtig, die Bürger bei der Verwirklichung mit einzubeziehen. Die bereits bestehenden Hörstühle erfreuten sich bei den Urlaubern großer Beliebtheit und würden eifrig genutzt. „An schönen Plätzen in der Natur Information über Heimatgeschichte, Natur und Umwelt zu hören, das kommt bestens an”, sagte Bärbel Deharde. So müsse auch ein Augenmerk auf die touristische Vermarktung gelegt werden.

Ideen sammeln

Gerhard Bruns bestätigte, dass man bei der Errichtung der Hör-stühle auf ehrenamtliche Unterstützung baut. Zum einen, um die bürgerliche Beteiligung zu gewährleisten, und zweitens, um Kosten zu sparen. Fragen zur Finanzierung des Projektes in Waddens zu klären, habe jetzt noch keine Priorität, beantwortete er entsprechende Wortmeldungen aus den Reihen der Waddenser Bürger.

Zunächst müssten Ideen gesammelt werden und die Waddenser grünes Licht für den Standort geben. Dieser war mit dem Garten Eden schnell gefunden. Eigentümerin des Grundstückes ist die Kirchengemeinde. So signalisierte auch Klaus Braje sein Einverständnis, bei dem Projekt mitzuwirken.

Dirk Warns hatte sich bereits Gedanken gemacht und präsentierte seinen Vorschlag: Als Thema wählte er Hochwasser und Flut und zeigte eine Wassersäule und einen Ring aus Wasser, der bestimmte Pegelstände anzeigen könnte.

Förderung möglich

Welches Projekt in welcher Bauweise letztendlich umgesetzt werden kann, hänge letztlich auch von der Finanzierung ab, sagte Gerhard Bruns. Man könne verschiedene Fördertöpfe anzapfen, allerdings müsse eine Gegenfinanzierung von 50 Prozent gesichert sein. Zum Beispiel die Oldenburger Landschaft sei bereit, Aktivitäten im Kulturtourismus zu fördern – möglicherweise sogar mit bis zu 10 000 Euro. Die Hörstühle seien in dieser Region einzigartig, meint Bärbel Deharde. Es habe einen gewissen Charme, sie in die Tourismuswerbung einzubinden. Auch andere Urlaubsregionen seien auf diese Kunstprojekte aufmerksam geworden.

Arbeitskreis gründen

„Uns kommt es darauf an, die Kompetenzen im Dorf anzuzapfen und die vorhandenen Potenziale zu nutzen”, bekräftigte die Künstlerin. Deshalb war sie erfreut, dass die Waddenser Bürger an diesem Abend reges Interesse zeigten und ihre Mithilfe bei einem noch zu gründenden Arbeitskreis signalisierten.

Mit den eingebrachten Vorschlägen könne man jetzt thematisch weiterarbeiten, erklärte sie. Bis zum nächsten Treffen, das am 1. März um 20 Uhr stattfinden soll, werden schon konkrete Modelle auf dem Tisch liegen. Anträge auf Fördermittel müssen bis zum 30. September eingereicht werden. Wenn alles gut läuft, könnte der Hörstuhl im Garten Eden bis zum Frühjahr nächsten Jahres fertiggestellt sein.

Auf einen Blick

Die Hörstühle sind eine Idee von Bärbel Deharde und Ute Extra. Sie erzählen dem Besucher Geschichten, Gedichte und spannende Informationen über die Region.

„Der sprechende Plattfisch“ in Fedderwardersiel, eingeweiht 2008

„Das Lustereck“ in Eckwarderhörne, eingeweiht 2008

„Der Eimer“ in Stollhamm, eingeweiht 2010

Artikel vom 27.01.12 - 12:00 Uhr
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