
Der Landesverband ist eine öffentlich-rechtliche Körperschaft und kümmert sich um Immobilien- und Forstmanagement, die Staatsbäder Salzuflen und Meinberg sowie um Kulturförderung mit Museen und Theatern. Was Cajus Caesar damit zu tun hat? Der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete ist Diplom-Forstingenieur und beim Landesverband Lippe tätig.
Die Organisation hat rund 160 Mitarbeiter und macht alle zwei Jahre einen Ausflug: Gestern ging es nach Fedderwardersiel, wo die Gäste aus Ostwestfalen das von der Fischereigenossenschaft, dem Museum und dem Fahrgastschiff „Wega II“ zusammengestellte Kompaktangebot nutzten.
Dazu gehören ein Rundgang durch das Nationalparkhaus mit Museumsleiterin Gabriele Speckels und eine Fahrt mit der „Wega II“. Bei der gut zweistündigen Fahrt, in deren Verlauf eine Erbsensuppe serviert wurde, erfuhren die Gäste alles Wissenswerte über Küstenfischerei und Krabbenfang, Nationalpark und Wattenmeer. Wie Fisch und Krabben anschließend verarbeitet werden, das erklärte gestern Jens Ortel beim Rundgang durch die Fischereigenossenschaft.
„Über die Maßen begeistert“, war Peggy Pfaff, Pressereferentin des Landesverbandes, über den Aufenthalt in Butjadingen. Auch Cajus Caesar sprach von einem „tollen Angebot“. Neben der Besichtigung von Museum und Fischereigenossenschaft werde der Kreis mit der „Wega“-Fahrt geschlossen.
Butjadingen war aber auch das Ziel, weil die Bädergemeinde mit einem Teil des touristischen Angebots Bestandteil des Nationalparks Wattenmeer ist – seit über einem Jahr Weltnaturerbe.
Auch im Landkreis Lippe gibt es Überlegungen, einen Teil der großen Waldflächen als Nationalpark auszuweisen. Der Landkreis hat den Landrat beauftragt, das zu prüfen, teilte Cajus Caesar mit. Da sei es interessant zu schauen, „wie das in anderen Regionen funktioniert“, sagte Stephan Radeck, einer der Organisatoren der Fahrt.
Doch ganz so einfach wird das in Lippe nicht. Zwar gibt es in Lippe mit dem Hermannsdenkmal und den Externsteinen herausragende touristische Ziele, doch im Gegensatz zu anderen Nationalparks gehören die Flächen weder Land noch Bund.
Deshalb wird eine solche Ausweisung auch kritisch betrachtet. Denn unter anderem aus den beträchtlichen Einnahmen der Forstwirtschaft werden Museen, Landesbibliothek und andere Einrichtungen finanziert. Würde die Forstwirtschaft wegen des Schutzgedankens des Nationalparks eingeschränkt, „hieße das, den Landesverband in Frage zu stellen“, sagte Cajus Caesar.
