
„Ich habe ihn sofort erkannt“, sagt die 80 Jahre alte Burhaverin, die es kaum glauben kann, dass der Silberring nach so langer Zeit wieder aufgetaucht ist: „Das muss etwas zu bedeuten haben.“
Die fast unglaubliche Geschichte begann 1946. Irmgard Hauck war nach dem Zweiten Weltkrieg von Glatz in Schlesien mit ihren Eltern und den Geschwistern nach Butjadingen gekommen. Die Familie kam in Hollwarden unter.
1948 kehrte Heinz Ahlhorn, dessen Familie in Hollwarden lebte, aus englischer Gefangenschaft nach Haus zurück. Man sah sich, lernte sich kennen und lieben. Ein Jahr später kaufte der Bräutigam Verlobungsringe aus Silber. In seinem Ring war eingraviert: „Irmgard Hauck – 1949“.
Der Ring war weg – spurlos. Das Paar heiratete 1952, mit goldenen Ringen, gründete eine Familie und zog zunächst nach Süllwarden, dann nach Sillens, Abbehausergroden und Burmeide. Die Ahlhorns waren viel unterwegs im Butenland.
1968 ging es zurück nach Hollwarden. Heinz Ahlhorn arbeitete bei der Firma Haye im Deichbau und betrieb nebenbei eine kleine Landwirtschaft. Seine Frau kümmerte sich um Haus, Hof und Familie, arbeitete als Putzfrau in der Burhaver Schule und kochte in Gaststätten.
Der Hof, auf dem die damals 17-jährige Irmgard Hauck nach ihrer Ankunft in Butjadingen lebte, wird heute von Jürgen Nuss bewirtschaftet. Else Nuss schaut öfter vorbei und hilft ihrem Sohn im Garten. Als die Hecke geschnitten und die Zweige zusammengekehrt wurden, fand Else Nuss den Ring.
Sie schrubbte so lange an dem Schmuckstück herum, bis auf der Innenseite der Name von Irmgard Hauck lesbar war – zu erkennen nur mit der Lupe. Eine Hollwarder Nachbarin von Jürgen Nuss – Gertrud Janßen – erinnerte sich an das damalige junge Verlobungspaar. Der Ring wurde Margot Hobbie übergeben – Tochter von Irmgard Ahlhorn. Sie überraschte ihre Mutter jetzt bei einem Besuch („Ich hab’ Dir was mitgebracht“.) Der Ring, der 60 Jahre in einem Hollwarder Garten der Witterung ausgesetzt war, ist wieder zu Hause. „Der geht nicht noch einmal verloren“, versichert Irmgard Ahlhorn.
