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Ring taucht nach 60 Jahren wieder auf


Burhave. 1949 haben sich Irmgard Hauck und Heinz Ahlhorn verlobt. Ein Jahr später hat der gebürtige Hollwarder den Ring bei einem Sturz verloren. Jetzt, 60 Jahre später, hat eine ehemalige Nachbarin den Ring gefunden und ihn Irmgard Ahlhorn ausgehändigt. Von Klaus-Günter oetting


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Irmgard Ahlhorn kann es noch gar nicht richtig glauben, dass der vor 60 Jahren verschwundene Verlobungsring ihres Mannes wieder aufgetaucht ist. Eine ehemalige Nachbarin hat ihn gefunden. Foto: kgo

„Ich habe ihn sofort erkannt“, sagt die 80 Jahre alte Burhaverin, die es kaum glauben kann, dass der Silberring nach so langer Zeit wieder aufgetaucht ist: „Das muss etwas zu bedeuten haben.“

Die fast unglaubliche Geschichte begann 1946. Irmgard Hauck war nach dem Zweiten Weltkrieg von Glatz in Schlesien mit ihren Eltern und den Geschwistern nach Butjadingen gekommen. Die Familie kam in Hollwarden unter.

1948 kehrte Heinz Ahlhorn, dessen Familie in Hollwarden lebte, aus englischer Gefangenschaft nach Haus zurück. Man sah sich, lernte sich kennen und lieben. Ein Jahr später kaufte der Bräutigam Verlobungsringe aus Silber. In seinem Ring war eingraviert: „Irmgard Hauck – 1949“.

Handgelenk gebrochen

Eines Tages, wohl 1950, stolperte Heinz Ahlhorn auf der Treppe, die zum Garten des Hofes in Hollwarden hinausführte, und brach sich beim Sturz das Handgelenk. Ob er den Ring dabei verloren hat oder ob er ihn wegen der anschwellenden Hand abgenommen hat – niemand weiß das.

Der Ring war weg – spurlos. Das Paar heiratete 1952, mit goldenen Ringen, gründete eine Familie und zog zunächst nach Süllwarden, dann nach Sillens, Abbehausergroden und Burmeide. Die Ahlhorns waren viel unterwegs im Butenland.

1968 ging es zurück nach Hollwarden. Heinz Ahlhorn arbeitete bei der Firma Haye im Deichbau und betrieb nebenbei eine kleine Landwirtschaft. Seine Frau kümmerte sich um Haus, Hof und Familie, arbeitete als Putzfrau in der Burhaver Schule und kochte in Gaststätten.

Inschrift noch erkennbar

Vier Töchter und ein Sohn wurden geboren und großgezogen. Der Ring war längst in Vergessenheit geraten. 2001 starb Heinz Ahlhorn, Seine Frau verzog nach Burhave und wohnt heute bei ihrer Tochter Helga Hein. An den verschwundenen Verlobungsring verschwendete sie keinen Gedanken mehr. Bis er jetzt wieder auftauchte – völlig unerwartet. Gefunden hatte ihn Else Nuss, eine ehemalige Nachbarin aus Hollwarden.

Der Hof, auf dem die damals 17-jährige Irmgard Hauck nach ihrer Ankunft in Butjadingen lebte, wird heute von Jürgen Nuss bewirtschaftet. Else Nuss schaut öfter vorbei und hilft ihrem Sohn im Garten. Als die Hecke geschnitten und die Zweige zusammengekehrt wurden, fand Else Nuss den Ring.

Sie schrubbte so lange an dem Schmuckstück herum, bis auf der Innenseite der Name von Irmgard Hauck lesbar war – zu erkennen nur mit der Lupe. Eine Hollwarder Nachbarin von Jürgen Nuss – Gertrud Janßen – erinnerte sich an das damalige junge Verlobungspaar. Der Ring wurde Margot Hobbie übergeben – Tochter von Irmgard Ahlhorn. Sie überraschte ihre Mutter jetzt bei einem Besuch („Ich hab’ Dir was mitgebracht“.) Der Ring, der 60 Jahre in einem Hollwarder Garten der Witterung ausgesetzt war, ist wieder zu Hause. „Der geht nicht noch einmal verloren“, versichert Irmgard Ahlhorn.

Artikel vom 02.09.10 - 06:00 Uhr
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