Helfer freuen sich über Hilfe
Stollhamm. Wenn Hilfsorganisationen ein neues Fahrzeug oder anderes Equipment bekommen, ist das immer ein Grund zum Feiern. Die Ortsgruppe Butjadingen in der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat mit der Indienststellung ihres neuen Gerätewagens zur Wasserrettung aber einen ganz besonderen Grund zur Freude. Von Sigrid Bredendiek

Da ungefähr liegt Königs Wusterhausen , zeigte Karl-Heinz Brüning an der Karte. Fotos diek
Denn vor zwei Jahren verloren sie bei einer Einsatzfahrt ihr Zugfahrzeug für das Katastrophenschutzboot „Butjadingen“. Die Rettungsschwimmer waren unterwegs nach Elsfleth, um bei der Bergung eines Autos aus der Hunte zu helfen. An der Ampelkreuzung der Bundesstraße 212 in Höhe Brake kollidierte ein Pkw mit dem unter Blaulicht und Martinshorn fahrenden Einsatzfahrzeug.
In dem sich anschließenden Verfahren erhielt die Pkw-Fahrerin Recht. Sie hatte, als sie die Ampelkreuzung überquerte, Grün. Zum Verdruss der DLRG standen obendrein Bußgeld und Fahrverbot für den ehrenamtlichen Lenker des Einsatzwagens im Raum. „Ich war froh, dass trotz des hohen Sachschadens alle sechs Unfallbeteiligten mit leichten Blessuren davongekommen waren, sagte der Ortsgruppenvorsitzende Reiner Przyklang am Sonnabend. Man habe die Sache gütlich regeln können. Die Auseinandersetzung mit der Verkehrsbehörde habe aber viel Kraft, Nerven und Zeit gekostet.
Letztendlich waren die Schäden des involvierten Bootes und Trailers von der Versicherung übernommen worden. Aber nicht die des Einsatzfahrzeuges, das als Totalschaden verbucht werden musste.
Fahrzeug aus Brandenburg
Die erste große Unterstützung kam vom ehemaligen Kreistagsabgeordneten und langjährigen EWE-Mitarbeiter Karl-Heinz Brüning. Dessen Enkel Finn Hommers war als DLRG-Helfer vor zwei Jahren im Einsatzwagen beim Unfall dabei. Karl-Heinz Brüning setzte sich mit seinem ehemaligen Arbeitgeber in Verbindung. Erfolgreich, denn der Zufall wollte es, dass in Königs Wusterhausen in Brandenburg ein großer Geländewagen ausgemustert werden sollte. Als Spende überließ die EWE den Wagen der DLRG-Ortsgruppe Butjadingen. Karl-Heinz Brüning konnte das Fahrzeug im November vergangenen Jahres übergeben.
Danach gab es jede Menge zu tun. Zunächst pfriemelten die Rettungsschwimmer die Folie mit dem EWE-Logo mühsam von der Karosserie. Anschließend wurde das Fahrzeug lackiert, mit einer Winde versehen und bekam die leuchtende DLRG-Beschriftung.
Bei einer Spezialfirma in Diep-holz folgte eine Ausrüstung mit Sondersignal, Funk und Schubladensystem für die Beladung. Insgesamt kostete die Umrüstung 25 000 Euro. Die DLRG bekam dafür ein leistungsstarkes und umweltfreundliches Fahrzeug, das mit Benzin und Erdgas betrieben werden kann.
5000 Euro von der Raiba
Reiner Przyklang bedankte sich bei allen Helfern, Spendern und Firmen für die Unterstützung. Im Besonderen bei Karl-Heinz Brüning, bei der EWE, bei Hermann Brockpähler von der Raiffeisenbank Butjadingen-Abbehausen, die mit einer Spende in Höhe von 5000 Euro einen erheblichen Beitrag leistete. Das THW hatte der DLRG zwischenzeitlich mit Zugfahrzeug und Trailer ausgeholfen. Mit den Rettungsschwimmern freuten sich auch Vertreter des DRK, der Johanniter, der Feuerwehr, der Gemeinde, der beteiligten Firmen sowie des DLRG-Landesverbandes Niedersachsen und Bezirksverband Oldenburg Nord.
Auf einen Blick
Typ: Nissan Navara Pickup
Länge: 5,18 Meter
Breite: 1,82 Meter
Leistung: 98 kw / 133 PS