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Der Hauptdeich hat Priorität


Langwarden. Zwischen dem II. Oldenburgischen Deichband und der Jade-Weser-Port-Realisierungsgesellschaft (JWP) gibt es unterschiedliche Auffassungen über den Zeitplan der Kompensation im Langwarder Groden. Ein Treffen mit Vertretern der beteiligten Behörden und Verbände in Aurich (wir berichteten) ging ergebnislos aus. Von klaus-günter Oetting


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So sieht die Kompensation nach dem ursprünglichen Planfeststellungsbeschluss aus: Der Sommerdeich wird komplett geschleift , eine Beweidung ist nicht mehr vorgesehen. Foto pr

Bei dem Gespräch im Hause der Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSD) Nordwest hatte JWP seinen Plan zur Umsetzung der Ausgleichsmaßnahme vorgelegt. Offensichtlich haben es die Hafenbauer eiliger als der Deichband: Leenert Cornelius, Vorsteher des II. Oldenburgischen Deichbandes, hatte den Planungen sein Einvernehmen verweigert.

Neigung wird flacher

Jetzt gibt es Mitte Februar ein weiteres Treffen zwischen dem II. und dem III. Oldenburgischen Deichband, JWP und dem Niedersächsischen Landesamt für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Gibt es keine Einigung, trifft die WSD als Planfeststellungsbehörde die endgültige Entscheidung.

Dass der gesamte Sommerdeich geschleift wird, daran gibt es keine Zweifel mehr. Aber im Planfeststellungsbeschluss für den Wilhelmshavener Superhafen steht auch, dass erst der Hauptdeich ertüchtigt werden muss, ehe der Vordeich abgetragen wird. Das sei Aufgabe von Jade-Weser-Port, sagte Leenert Cornelius, fügte hinzu, dass „wir als Deichband mit der Schleifung des Sommerdeichs nichts zu tun haben“ und erinnerte daran, dass seine Organisation mit dem Einspruch gegen diesen Passus des Planfeststellungsbeschlusses vor Gericht gescheitert sei.

Mit den Arbeiten zur Ertüchtigung des Hauptdeiches, der auf einer Länge von 3200 Metern eine flachere Neigung erhält und somit widerstandfähiger ist, soll auch noch in diesem Jahr begonnen werden. Dazu werden 330 000 Kubikmeter aus dem Groden ausgebaggert und am Schutzwall verarbeitet. Weitere rund 140 000 Kubikmeter Boden aus dem Groden werden deponiert, um den Klei für spätere Deichbaumaßnahmen zu verwenden. Verfüllt werden sollen die auf diese Weise entstandenen Löcher mit Boden aus dem Sommerdeich.

So weit, so gut. Jade-Weser-Port hat allerdings vor, schon 2013 mit der Schleifung des Sommerdeichs zu beginnen. Dieser Boden soll für den Untergrund des neuen Deichsicherheitsweges verwendet werden. JWP hofft, dadurch Synergieeffekte nutzen zu können und Kosten zu sparen.

„Nicht unsere Bringschuld“

Beim II. Oldenburgischen Deichband sieht man das etwas anders: „Wir gehen davon aus, dass allein die Erweiterung des Hauptdeichs zwei Jahre dauern wird – im günstigsten Fall“, sagte Rüdiger Wilken, Geschäftsführer der Wasser- und Bodenverbände in Brake. Mt anderen Worten: Vor 2014 dürfe mit der Abtragung des Sommerdeichs nicht begonnen werden. „Von dieser Position werden wir auch nicht abweichen“, ergänzte Leenert Cornelius.

In der kommenden Woche trifft sich der Deichband-Vorstand mit dem Vorstand des Fördervereins Langwarder Groden, der für die Erhaltung des Vordeichs kämpft. Dieses Treffen, an dem auch Butjadingens Bürgermeister Rolf Blumenberg teilnimmt, dient dem Informationsaustausch. „Es ist nicht unsere Bringschuld“, sagte der Vorsteher in Anlehnung an eine Aussage von Rolf Blumenberg, der gefordert hatte, die Information über die Kompensation sei eine Bringschuld der Behörden.


Artikel vom 04.02.12 - 12:00 Uhr
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