
Bei dem Gespräch im Hause der Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSD) Nordwest hatte JWP seinen Plan zur Umsetzung der Ausgleichsmaßnahme vorgelegt. Offensichtlich haben es die Hafenbauer eiliger als der Deichband: Leenert Cornelius, Vorsteher des II. Oldenburgischen Deichbandes, hatte den Planungen sein Einvernehmen verweigert.
Dass der gesamte Sommerdeich geschleift wird, daran gibt es keine Zweifel mehr. Aber im Planfeststellungsbeschluss für den Wilhelmshavener Superhafen steht auch, dass erst der Hauptdeich ertüchtigt werden muss, ehe der Vordeich abgetragen wird. Das sei Aufgabe von Jade-Weser-Port, sagte Leenert Cornelius, fügte hinzu, dass „wir als Deichband mit der Schleifung des Sommerdeichs nichts zu tun haben“ und erinnerte daran, dass seine Organisation mit dem Einspruch gegen diesen Passus des Planfeststellungsbeschlusses vor Gericht gescheitert sei.
Mit den Arbeiten zur Ertüchtigung des Hauptdeiches, der auf einer Länge von 3200 Metern eine flachere Neigung erhält und somit widerstandfähiger ist, soll auch noch in diesem Jahr begonnen werden. Dazu werden 330 000 Kubikmeter aus dem Groden ausgebaggert und am Schutzwall verarbeitet. Weitere rund 140 000 Kubikmeter Boden aus dem Groden werden deponiert, um den Klei für spätere Deichbaumaßnahmen zu verwenden. Verfüllt werden sollen die auf diese Weise entstandenen Löcher mit Boden aus dem Sommerdeich.
So weit, so gut. Jade-Weser-Port hat allerdings vor, schon 2013 mit der Schleifung des Sommerdeichs zu beginnen. Dieser Boden soll für den Untergrund des neuen Deichsicherheitsweges verwendet werden. JWP hofft, dadurch Synergieeffekte nutzen zu können und Kosten zu sparen.
In der kommenden Woche trifft sich der Deichband-Vorstand mit dem Vorstand des Fördervereins Langwarder Groden, der für die Erhaltung des Vordeichs kämpft. Dieses Treffen, an dem auch Butjadingens Bürgermeister Rolf Blumenberg teilnimmt, dient dem Informationsaustausch. „Es ist nicht unsere Bringschuld“, sagte der Vorsteher in Anlehnung an eine Aussage von Rolf Blumenberg, der gefordert hatte, die Information über die Kompensation sei eine Bringschuld der Behörden.
