Der kleine Lastwagen der Marke Piaggio, gefertigt in der Nähe von Pisa, ist vor allem beliebt bei kleinen Unternehmern oder Geschäftsleuten, denn mit einem Kastenaufbau versehen lässt sich prima Werbung anbringen. Manfred Rohland betreibt in der Nähe von Bremen einen Hausmeisterservice und ist begeisterter Ape-Fahrer: „Das ist die Musik vom Trabbi“, meint er, Apefahren mache einfach süchtig.
Das zu groß geratene Dreirad hat zwar nur wenig Pferdestärken und ist auch nicht sonderlich schnell, aber ungeheuer praktisch. Fünf Stunden hat Andreas Hainke aus Bad Salzuflen für seine Anfahrt nach Tossens benötigt. Er sei jahrelang Roller gefahren und habe sich vor einiger Zeit eine Ape zugelegt, erklärt der Besitzer: „Sie bietet Schutz bei Wind und Wetter, zudem kann ich 800 Kilo zuladen“, führt Andreas Hainke an.
Einige Fahrer haben die Ladefläche zu einem Wohnmobil umgerüstet und übernachten auf einer Matratze, die stolze 1,80 Meter lang ist. Sogar ein kleiner Nachttisch findet noch Platz. Andere haben ihr rollendes Übernachtungsmodell noch mit einem Vorzelt versehen.
Kontakt halten die Ape-Fahrer in ihrem Internetforum. So war es ein Leichtes für die Organisatorin Inge Fick aus Wildeshausen, einige stolze Apianer für das Treffen zusammen zu trommeln. Die 67-Jährige arbeitet mit dem Flohmarktverstalter Uwe Klotz zusammen und spendet den Erlös des Ape-Treffens der Tafel in Wildeshausen.
Sie berichtet, dass ein Ehepaar aus Süddeutschland die weiteste Anreise auf sich genommen habe. Die packten ihre Ape allerdings auf einen Anhänger. Zu viele Kilometer darf man dem schwachen Zweitakter nicht zumuten. Auch Teilnehmer aus Dänemark waren mit von der Partie. Frank Wiese aus Bremen schätzt, dass in Deutschland rund 6000 dieser Kleinlaster auf den Straßen unterwegs sind. Sie gibt es in der schmalen Ausführung, die mit kleinem Nummerschild und Mopedführerschein gefahren werden darf, die große Ape benötigt dagegen eine Zulassung mit regelmäßiger TÜV-Abnahme.
„Die Ape-Fahrer haben alle ein Rad ab“, meinte einer scherzhaft, denn der puristisch ausgestattete Kleinlaster ist lediglich auf drei Rädern unterwegs. Die „Ape-Fundamentalisten“ bevorzugen wie bei der Vespa eine Lenkstange. Technische Fertigkeiten sind von Vorteil, denn der Piaggio ist anfällig für Rost, an der fleißigen Biene müsse regelmäßig herumgeschraubt werden, bestätigen die Besitzer. Für die Ersatzteile gibt es in der Szene einen „Ape-Ludolf“, er hilft zudem bei allen technischen Problemen und steht den Liebhabern der schmucken Bienen mit seinen Fachkenntnissen zur Seite.
Bei einer Ausfahrt mit dem Ziel Fedderwardersiel sorgte der knatternde Tross für lange Hälse. Die fleißige Biene ist eben ein echter Hingucker und für eingefleischten Fans angesichts steigender Benzinpreise eine echte Alternative für den Transport jeglicher Waren oder für den kleinen Urlaub zwischendurch.
