
Für den Mellumrat arbeitet Volker Lautenbach derzeit wieder als Naturschutzwart auf der Strohauser Plate, nachdem er von 2008 bis 2010 auf der Minsener Oog jeweils von Frühjahr bis Herbst auf Fotopirsch war. Dabei hat sich der Naturfotograf das Thema „Leben am Wasser – vom Gebirgsbach bis zum Wattenmeer” als Langzeitprojekt zur Aufgabe gemacht. Sein exzellentes Bildmaterial ergänzte der Referent mit lustigen Erzählungen.
Volker Lautenbach (kleines Foto) merkte man nach wenigen Worten an, wie viel Freude ihm seine Aufgabe als Naturschutzwart bereitet. Zunächst stellte er die kleine, in den 70er Jahren künstlich aufgeschüttete Insel vor. Seine Station liegt sicher vor dem auflaufenden Sturmfluten auf Stelzen. Dort bezog Volker Lautenbach Quartier.
Seine Aufnahmen machen deutlich, wie dynamisch der Lebensraum im Watt ist. Dem Wechsel zwischen Ebbe und Flut hat sich die Tierwelt perfekt angepasst. Auf den Salzwiesen sind zahlreiche Vogelarten zu Hause. Im Wattenmeer treffen sich alljährlich auch die Brandgänse im Frühjahr zur Balz.
„Dann geht es ordentlich zur Sache“, sagte der Naturschutzwart. Die Brandgans-Erpel fegen übers Wasser, treffen sich mit ihrem weiblichen Pendant zu einer kurzen rabiaten Begattung, um sich anschließend einer entspannenden Federpflege zu widmen. Die Bauten der Kaninchen, die von den früheren Buhnenwärtern eingeführt wurden, nutzen Brandgänse als Nisthöhlen.
Von ihrem Hormonpegel angetrieben, vollführen auch die Austernfischer Mitte April ihren Balztanz. Wie kleine Torpedos stoßen die Seeschwalben in die Tiefe, um den Weibchen als Brautgeschenk einen Fisch zu überreichen. Dem Fotografen gelang es, die schnellen Manöver der Vögel zu Luft und zu Wasser mit der Kamera einzufangen. Er zeigte seinen staunenden Zuhörern beeindruckende Aufnahmen.
Der Naturfreund Volker Lautenbach brachte den Plattsnackers allerdings auch die Schattenseiten dieses so scheinbar unberührten Naturparadieses näher. Er hatte Motive von verendeten Vögeln, Robben und Schweinswalen aufgenommen, die an dem im Wasser treibenden Zivilisationsmüll zugrunde gegangen waren oder tödliche Verletzungen durch Schiffsschrauben erlitten hatten.
