
Unmengen Treibsel werden in Herbst, Winter und Frühjahr jedes Jahr an Deichen und Flussufern in Niedersachsen angespült. Im Rekordjahr 2007/2008 waren es mehr als 250 000 Quadratmeter. Betroffen sind vor allem die Flussmündungen von Weser, Ems und Elbe sowie die Deichvorländer am Jadebusen, am Dollart und in der Leybucht. Die Treibsel-Beseitigung kostet durchschnittlich jährlich 500 000 Euro, in 2007/2008 waren es mehr als zwei Millionen Euro.
Nach einer ökologisch brauchbaren und finanziell zu bewältigenden Entsorgung wird noch gesucht. Eine vollständige Treibselvermeidung ist nicht möglich, darin sind sich die Fachleute einig.
Wenn es dennoch seit 2008 eine Treibselreduzierung gegeben habe, so sei dies vor allem den ausgebliebenen Sturmfluten in diesen Jahren zu verdanken, mahnte der Präsident des Wasserverbandstages Bremen/Niedersachsen/Sachsen-Anhalt (WVT), Heiko Albers, „dass die nächste Sturmflut bestimmt kommt“. 2004 hat der Landtag einen Modellversuch zur Treibselreduzierung beschlossen, 2006 erhielt die Planungsgruppe grün aus Ovelgönne den Auftrag zu dem Forschungsvorhaben.
Die Ergebnisse stellte Landschaftsarchitekt Martin Sprötge in Brake vor. Vorsorgendes Treibselmanagement kann demnach nicht die alleinige Lösung sein. Bei Kompensationsmaßnahmen für Bauvorhaben an der Küste müsste verstärkt berücksichtigt werden, ob und in welchem Ausmaß Treibsel entstehen könnte. Erfolgversprechende Managementoptionen, für die keine Praxiserfahrungen vorliegen, sollten erprobt werden.
Für die Salzwiesen gibt es nach Ansicht der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer Maßnahmen zur Reduzierung, die auch die Ziele des Naturschutzes unterstützen. Arndt Meyer-Vosgerau nannte vorsorglich greifende Maßnahmen zur Biomassereduzierung in den Salzwiesen, die Berücksichtigung der Treibselproblematik bei allen Planungen und Maßnahmen in den Ästuaren und Maßnahmen zur Nachsorge wie Teekabfuhrwege, Deponierung und Verwertung.
