
Der Wesermarsch-Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Jungsozialisten in der SPD – wie die Jusos mit vollem Namen heißen –, Marcel Schmikale, bezeichnet die Debatte wörtlich als überflüssig. „Hier wird ein Thema akut geredet, das in keinster Weise akut ist“, wird Schmikale in einem Schreiben zitiert. Brake sei kein „heißes Pflaster“ und auch nicht krimineller geprägt als andere Städte.
Nach Auffassung der Jusos geht die Diskussion in eine falsche Richtung. Eine Sperrstunde sei kein geeignetes Mittel, um steigende Kriminalitätsraten in den Griff zu bekommen. Es müsse viel mehr darüber diskutiert werden, wie das Nachtleben in der Kreisstadt attraktiver gestaltet werden könne, damit wieder mehr Menschen jeder Altersgruppe zum Feiern in die Innenstadt kommen. „Immer weniger Menschen gehen in Brake feiern, sondern nehmen stattdessen lange Fahrzeiten in Kauf, um in anderen Städten unterwegs zu sein“, moniert Marcel Schmikale. Dies müsse sich ändern.
Zusätzlich würde mit einer Diskussion über die Sicherheit in der City den Kneipen- und Diskothekenbetreibern das Leben nur unnötig schwer gemacht. „Wer geht schon gerne in einer als gefährlich angesehenen Innenstadt feiern?“, fragen die Jusos.
Nach Angaben von Bürgermeister Roland Schiefke habe es im vergangenen Jahr 93 nächtliche Polizeieinsätze im Innenstadtbereich gegeben, die mit Ruhestörung, Körperverletzungen oder anderen – zumeist alkoholbedingten – Delikten zu tun hatten. Darum hatte die Verwaltung dem Rat eine Sperrzeit werktags von 2 Uhr bis 6 Uhr und an Wochenenden von 3 Uhr bis 6 Uhr vorgeschlagen. In der Zeit dürfte kein Ausschank stattfinden.
