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Guten Ruf als Spezialist erarbeitet


Brake. 5,34 Millionen Tonnen Güter wurden im vergangenen Jahr im Braker Hafen im Seeverkehr umgeschlagen. Das ist ein Plus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Hafengesellschaft Niedersachsen-Ports und die Unternehmensgruppe J. Müller sind durchaus zufrieden. „Wir rechnen damit, dass das moderate, aber kontinuierliche Wachstum auch in 2012 und den folgenden Jahren anhält“, sagte Jan Müller. Von Gabriele Gohritz


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Der Niedersachsenkai hat künftig zwei Liegeplätze für zwei Großschiffe. Einweihung wird am 3. Mai gefeiert. Foto Haase

Der Vorstandsvorsitzende von J. Müller ließ auch wissen, dass der Binnenschiffsverkehr sogar überproportional zugenommen habe: um fast 6 Prozent auf 6,6 Millionen Tonnen. „Insgesamt können wie sehr zufrieden sein“, sagte Heiko Uflacker, Leiter der Braker Niederlassung von N-Ports. „Wir treten als Nischenanbieter auf und werden das zielstrebig ausbauen“, betonte Jan Müller. Ein erster Schritt ist schon vollzogen: Die Gruppe kaufte zu Jahresbeginn die Bulk-Lagerhallen am Binnenhafen. „Die Hallen passen gut ins Nischenkonzept“, erklärte Jan Müller.

Einweihung am 3. Mai

In diesem Jahr will die Müller-Gruppe 9 Millionen Euro investieren: in den Ausbau des Agri-Teminals, in Chancen aus der Bioenergie und die Vollerschließung des Niedersachsenkais. Der hat künftig zwei Liegeplätze für Großschiffe und wird am 3. Mai eingeweiht. Investieren will die Hafenfirma Müller aber auch in Personal: Mitarbeiter sollen qualifiziert, mehr Ausbildungsplätze geschaffen werden. Auch in Führugnskräfte investiert das Unternehmen: Seit drei Monaten ist Hartmut Wolberg Geschäftsführer von Müller-Breakbulk. Der 44-Jährige hat zehn Jahre in Brüssel gearbeitet und soll weitere Ladung nach Brake holen.

Mit 2,7 Millionen Tonnen Getreide und Futtermittel wurde das Vorjahresvolumen erreicht. Der Rückgang des Getreideimports wurde durch eine Steigerung bei Futtermitteln wettgemacht, sagte Thomas Bielefeld, Geschäftsführer von Müller-Agri. Da die Agrarmärkte starken Schwakungen unterlagen, gab es extreme Nachfrage nach Lagerraum, aber zeitweise auch leere Hallen: „Wir müssen ein hohes Maß an Flexibilät zeigen.“ Kerngeschäft bleibt die Versorgung der Mischfutterindustrie im Südoldenburger Raum und der Mühlenindustrie.

Allerdings: „Wir haben für dieses Jahr einen treuen Großkunden an Rotterdam und die Westhäfen verloren“, sagte Tomas Bielefeld mit Blick auf die noch immer nicht erfolgte Weseranpassung: „Das ist die bittere Realität.“ Nach einem mäßigen Start erwartet der Geschäftsführer ab März eine Stabilisierung – und weiteres Wachstum, wenn die Vertiefung umgesetzt werde.

Die Umsatzentwicklung im Breakbulk-Bereich – hier werden Eisen/Stahl, Zellstoff, Holz und Projekte umgeschlagen – hat sich verbessert: 1,7 Millionen Tonnen, ein Plus von 8,3 Prozent. Daher konnte zum Jahresende die Kurzarbeit in diesem Geschäftsbereich beendet werden: „Aus dem Tal sind wir raus“, sagte Geschäftsführer Hartmut Wolberg.

Kunden schätzen Service

Der Holzumschlag in die USA hat sich erholt, zugenommen hat aber der Holzexport in nordafrikanische Länder. Erholt hat sich der Zellstoff-Bereich: „Da sind wir etwa wieder auf Vorkrisenniveau.“ Der gute Service im Braker Hafen mache ihn zu „dem Zellstoffspezialisten“. Es wird von weitere Steigerungen ausgegangen. Erholt hat sich ebenfalls der Eisen- und Stahlumschlag. Das Geschäft werde sich mit dem zweiten Liegeplatz weiter verbessern, ist sich Hartmut Wolberg sicher: „Wir erwarten eine Sogwirkung im Stahlbereich.“

Das Geschäft mit Windkraftanlagen läuft gut: „Brake hat sich einen Ruf als Spezialist für Windkraftanlagen erarbeitet“, sagte Hartmut Wolberg: „Das ist in 2011 der am schnellsten wachsende Bereich gewesen.“ Und der werde weiter wachsen, so durch den Ersatz alter Anlagen an Land durch neue: „Der Markt boomt.“ Auch der Off-Shore-Sektor biete Chancen für Brake, wenn die Schwerlastkaje am Niedersachsenkai fertig sei.

Als neues Produkt konnte Schrott aus abgebauten Industrieanlagen und Blechabfällen aus der Autoindustrie gewonnen werden: „Einen der größten Schrotthändler Deutschland haben wir für Brake gewonnen“, sagte Hartmut Wolberg. N-Ports hatte dafür eine Gleiswaage (500 000 Euro) gebaut. Der Kunde konnte langfristig gebunden werden, um die Investitionen zurückzuzahlen.

Gruppe J. Müller

Die Unternehmensgruppe J. Müller beschäftigt 400 Mitarbeiter: 338 in Brake und 62 am Standort Bremen. Der Netto-Umsatz betrug im vergangenen Jahr rund 74 Millionen Euro.

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Stellten die Bilanz vor (von links): Heiko Uflacker (N-Prots), Agri-Geschäftsführer Thomas Bielefeld, Jan Müller, der neue Breakbulk-Geschäftsführer Hartmut Wolberg und Felix Jahn (IHK). Foto gg
Artikel vom 11.02.12 - 12:00 Uhr
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