
Der Vorstandsvorsitzende von J. Müller ließ auch wissen, dass der Binnenschiffsverkehr sogar überproportional zugenommen habe: um fast 6 Prozent auf 6,6 Millionen Tonnen. „Insgesamt können wie sehr zufrieden sein“, sagte Heiko Uflacker, Leiter der Braker Niederlassung von N-Ports. „Wir treten als Nischenanbieter auf und werden das zielstrebig ausbauen“, betonte Jan Müller. Ein erster Schritt ist schon vollzogen: Die Gruppe kaufte zu Jahresbeginn die Bulk-Lagerhallen am Binnenhafen. „Die Hallen passen gut ins Nischenkonzept“, erklärte Jan Müller.
Mit 2,7 Millionen Tonnen Getreide und Futtermittel wurde das Vorjahresvolumen erreicht. Der Rückgang des Getreideimports wurde durch eine Steigerung bei Futtermitteln wettgemacht, sagte Thomas Bielefeld, Geschäftsführer von Müller-Agri. Da die Agrarmärkte starken Schwakungen unterlagen, gab es extreme Nachfrage nach Lagerraum, aber zeitweise auch leere Hallen: „Wir müssen ein hohes Maß an Flexibilät zeigen.“ Kerngeschäft bleibt die Versorgung der Mischfutterindustrie im Südoldenburger Raum und der Mühlenindustrie.
Allerdings: „Wir haben für dieses Jahr einen treuen Großkunden an Rotterdam und die Westhäfen verloren“, sagte Tomas Bielefeld mit Blick auf die noch immer nicht erfolgte Weseranpassung: „Das ist die bittere Realität.“ Nach einem mäßigen Start erwartet der Geschäftsführer ab März eine Stabilisierung – und weiteres Wachstum, wenn die Vertiefung umgesetzt werde.
Die Umsatzentwicklung im Breakbulk-Bereich – hier werden Eisen/Stahl, Zellstoff, Holz und Projekte umgeschlagen – hat sich verbessert: 1,7 Millionen Tonnen, ein Plus von 8,3 Prozent. Daher konnte zum Jahresende die Kurzarbeit in diesem Geschäftsbereich beendet werden: „Aus dem Tal sind wir raus“, sagte Geschäftsführer Hartmut Wolberg.
Das Geschäft mit Windkraftanlagen läuft gut: „Brake hat sich einen Ruf als Spezialist für Windkraftanlagen erarbeitet“, sagte Hartmut Wolberg: „Das ist in 2011 der am schnellsten wachsende Bereich gewesen.“ Und der werde weiter wachsen, so durch den Ersatz alter Anlagen an Land durch neue: „Der Markt boomt.“ Auch der Off-Shore-Sektor biete Chancen für Brake, wenn die Schwerlastkaje am Niedersachsenkai fertig sei.
Als neues Produkt konnte Schrott aus abgebauten Industrieanlagen und Blechabfällen aus der Autoindustrie gewonnen werden: „Einen der größten Schrotthändler Deutschland haben wir für Brake gewonnen“, sagte Hartmut Wolberg. N-Ports hatte dafür eine Gleiswaage (500 000 Euro) gebaut. Der Kunde konnte langfristig gebunden werden, um die Investitionen zurückzuzahlen.
