X Diesen Artikel versenden


Absender-E-Mail*
Empfänger-E-Mail*
Nachricht*

szmtag

Gründerzeit wiederbelebt

Brake (hes). Ein Stück gründerzeitliche Architekturgeschichte der Stadt Brake hat ihr altes Gesicht zurückgewonnen: Das Ehepaar Christa und Wolfgang Ihmels freut sich, dass die monatelangen Sanierungsarbeiten an dem Wohn- und Geschäftshaus Bahnhofstraße 9/Ecke Milchstraße nun abgeschlossen sind.

bild vergrößern
Wolfgang Ihmels mit der historischen Bauakte und einer alten Aufnahme des Wohn- und Geschäftshauses Bahnhofstraße 9. Dessen umfangreiche Sanierung ist jetzt abgeschlossen. Fotos: pr/gg

Das im Jahre 1903 gebaute Gebäude ist ein Stück Familiengeschichte. Ernst Horstmann, der Urgroßvater von Christa Ihmels, hatte das Haus gebaut. Das Ehepaar Ihmels hat nun nicht nur die Geschäftsräume im Erdgeschoss modernisieren, sondern im Zuge der Sanierung die Fassade des Ladens im ursprünglichen Stil wiederherstellen lassen. Nicht mehr sehen wollten die Eigentümer die Ende der 60er Jahre eingebauten großen Schaufenster. Sie sollten durch die ursprüngliche Fensterstruktur ersetzt werden.

Kein leichtes Unterfangen: Stahlträger, die sich in der Hausecke unterhalb des Erkers befanden, mussten verschwinden. „Aus statischen Gründen mussten wir sie gegen eine neue Stahlträgerkonstruktion ersetzen lassen“, berichtet Wolfgang Ihmels. Konsolsteine ließen der 65-Jährige und seine 62-jährige Ehefrau aus Stahlblech nachbilden. Das Dach ziert jetzt wieder die Nachbildung des alten Turmgitters mit den Initialen E und H. Turm und Gaube sind neu mit Schiefer gedeckt. Das übrige Dach hat neue Ziegel und eine Wärmedämmung erhalten.

Auch im Inneren des Gebäudes gab es umfangreiche Modernisierungen: In den rund 100 Quadratmeter großen Geschäftsräumen blieb fast kein Stein auf dem anderen. Der Fußboden, die Versorgungsleitungen, die Heizung, die Sanitäranlagen, die Decke – alles neu. Für die Geschäftsräume sucht das Ehepaar ( 0 44 01/55 83) nun einen soliden Mieter.

Preiswert war die Modernisierung mit Rückbau der Fassade nach historischem Vorbild nicht. „Das hat mehr als 100 000 Euro gekostet“, sagt Wolfgang Ihmels. Doch das Ehepaar betrachtete die Wiederherstellung der Fassade nach alten Plänen als „Luxus, den wir uns leisten wollten“. Zustimmung zu dem Projekt habe es von vielen Brakern gegeben.

Froh sei das Ehepaar über die Unterstützung durch die Stadt. Aus Mitteln des Wirtschaftsförderprogrammes sind für das Projekt 16 905 Euro genehmigt worden. „Das Geld hilft uns, und wir sind sehr dankbar dafür“, sagt Wolfgang Ihmels. Dankbar seien die beiden Hauseigentümer aber auch über qualifizierte Handwerker. So sei ein Braker Maurermeister in der Lage gewesen, die Stuckarbeiten an der Fassade originalgetreu nachzubilden.

bild vergrößern
Wolfgang Ihmels mit der historischen Bauakte und einer alten Aufnahme des Wohn- und Geschäftshauses Bahnhofstraße 9. Dessen umfangreiche Sanierung ist jetzt abgeschlossen. Fotos: pr/gg
Artikel vom 23.09.09 - 06:00 Uhr
| drucken | versenden