
Der Schriftsteller ist den meisten Brakern ein Begriff. Sei es von seinen Romanen über die Stadt, sei es aus dem Studio 3. „Das ist die Generation, mit der ich hier in Brake aufgewachsen bin.“ Nur noch wenige von ihnen trifft er allerdings, wenn er heute etwa zweimal im Jahr zurück nach Brake kehrt. Das ist der Ort, in den er im Alter von 13 Jahren gezogen war. Hier hat sich Axel Thormählen zum Buchhändler ausbilden lassen, ehe er nach Hamburg, Frankfurt und schließlich nach Schweden ging. Und doch sind seine Gefühle für Brake gespalten. „Damals sind die Leute mitunter aus Bremen ins Studio 3 gekommen. Brake war zeitweise der Mittelpunkt der Erde. Diese Atmosphäre ist jetzt nicht mehr zu finden.“
Weihnachtliche Erzählungen füllen das Buch „Eine Wintertaufe“. Eine waschechte Weihnachtsgeschichte, die wollte er schon immer schreiben. Das sei, so Axel Thormählen, die Erzählung „23. Dezember“ geworden. Doch insgesamt sind es fünf Geschichten geworden, die es in das Buch geschafft haben, die Weihnachten immer wieder aus einer anderen Perspektive beleuchten. Eine davon ist seine eigene Entstehungsgeschichte, wie sie ihm einst seine Mutter erzählt hat. Axel Thormählens Vater hatte 1944 zwei Tage Heimaturlaub. Weil fast die gesamte Infrastruktur zerstört war, kam er nur bis Oldenburg. Die restlichen 30 Kilometer musste er laufen. „Ich habe mich immer gefragt: Was denkt ein Mann, der 30 Kilometer läuft, um zu seiner Frau zu kommen?“
Liebe, Leben, Tod – das sind die Themen, von denen Axel Thormählen schreibt. „Die Verhältnisse werden heute ja immer kürzer. Man traut sich kaum noch, ein Hochzeitsgeschenk zu besorgen, weil die Ehe eh’ in zwei Monaten vorbei ist. Das finde ich sehr bedrückend.“ Dies aber sei ein internationales Problem. „Kein Mensch wagt heute mehr, über sein Leben nachzudenken.“ Deshalb handeln seine Bücher auch von echter Liebe, von Wundern. „Das will der Mensch wissen. Die Seele braucht Trost.“ An Wunder zu glauben, das sei ohnehin keine Glaubensfrage, findet Axel Thormählen. „Wunder passieren, ohne dass wir es merken.“
