
Bürgermeister Roland Schiefke (parteilos) nahm an der Abstimmung über Frage und Satzung zur Bürgerbefragung nicht teil. Der Stadtrat verabschiedete beides in wenigen Minuten ohne Diskussion. Über die Frage hatten die Fraktionen bereits im Vorfeld beraten und waren nach ihren Sitzungen am Mittwoch der Ansicht von Robert Thiele vom Niedersächsischen Städtetag, Fachmann für die Niedersächsische Gemeindeordnung (NGO), nach strikter Neutralität gefolgt (die Kreiszeitung berichtete).
In einem ersten Entwurf für die Satzung zur Bürgerbefragung war noch der 2. Mai als sicherer Termin genannt worden, weil eventuell der 25. April nicht eingehalten werden könne. „Ist der Termin leistbar?“, fragte CDU-Fraktionschef Daniel Stellmann gestern nach. „Der Termin ist zu halten“, bestätigte ihm Stadtamtsrat Detlef Wiggers von der Stadtverwaltung. Heute geht das Muster für den Druck der Befragungszettel raus; die Karten werden rechtzeitig bis zum Beginn der Briefwahl am 29. März zugestellt, ließ Detlef Wiggers wissen.
Später wurden Nebentätigkeiten des Bürgermeistes bekannt, die er seinem Dienstherrn, dem Stadtrat, nicht angezeigt hat. Wegen letzterer hat Landrat Michael Höbrink (SPD), Disziplinarvorgesetzter des Bürgermeisters, ein Disziplinarverfahren eingeleitet.
Bei der Bürgerbefragung am 25. April werden nun die Einwohner der Kreisstadt entscheiden, ob der Rat ein Abwahlverfahren gegen den Bürgermeister einleiten soll. Das Ergebnis der Befragung ist zwar rechtlich nicht bindend, soll den Stadtratspolitikern aber als Grundlage für das weitere Vorgehen dienen.
Die Befragung findet am 25. April in der Zeit von 8 bis 18 Uhr statt. Sie läuft wie eine Kommunalwahl ab. Ihre Stimme abgeben können alle Wahlberechtigten, die von der Stadt benachrichtigt werden. Es werden elf Befragungslokale eingerichtet, die den bisherigen Wahllokalen entsprechen. Darüber hinaus wird ein Sonderbefragungsbezirk geschaffen, der das Christophorus-Haus, das Pflegeheim Dormeyer, das Senioren-Zentrum und das Wohn- und Pflegezentrum Haus Sandvoß umfasst. Zu ihnen kommt ein Befragungsvorstand.
