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„Am Anfang hatte ich Angst“


Brake. Jacobus Rotmans sitzt der Schreck noch gestern Mittag in den müden Gliedern. Sein Binnenschiff, die 80 Meter lange „Smaragd“, war am Dienstagabend am Braker Hafen leckgeschlagen – vermutlich durch den Eisgang. Wasser war in die Bilge eingedrungen, der Maschinenraum drohte vollzulaufen – das Schiff mit Heimathafen Delfzjil hätte sinken können. Von Gabriele Gohritz


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Haben eine lange Nacht hinter sich: Petra und Jacobus Rotmans mit ihrem Sohn Heiko . Mutter und Sohn waren mit einem Schlepper von Bord der „Smaragd“ geholt und im Pierbüro versorgt worden. Ein ein Zentimeter großes Loch war Ursache für das Leckschlagen ihres Schiffes. Fotos gg

Die „Smaragd“ hatte in Bremerhaven Futtermittel gelöscht und war leer nach Brake gelaufen, um am Dienstagnachmittag Futtermittel für Bremen zu laden. Der Ladevorgang war abgeschlossen, als Jacobus Rotmans’ Frau Petra (32 Jahre) kurz nach 19 Uhr den Alarm im Maschinenraum hörte. „Glücklicherweise“ wie ihr 43 Jahre alter Mann im nachhinein sagt: „Da waren schon 10 Kubikmeter Wasser drin, über die Bilge bis an die Bodenplatten. Es wurde immer mehr.“ Der Eigner informierte das Pierbüro, das wiederum die Wasserschutzpolizei Brake. Die Schlepper „Arion“ und „Berne“ wurden zur Sicherung des Schiffes angefordert.

Auch die Feuerwehreinheit Hafenstraße wurde informiert. Um 20.37 Uhr gelang es dem ersten Feuerwehrmann, an Bord zu gelangen, teilt die Wasserschutzpolizei mit. Da zwischen Pier und der „Smaragd“ aufgrund des Eisganges einige Meter klafften und wegen des Niedrigwassers das Schiffsdeck sechs Meter unter der Kante lag, habe die Feuerwehr einen Mobilkran „zwangsrekrutiert“, berichtet Bernd Kempendorf, Ortsbrandmeister der Einheit Hafenstraße. So konnten Tauchpumpen an Bord gebracht werden: „Das Wasser stieg schnell im Maschinenraum. Es ist uns gelungen, mit Pumpen den Wasserstand unterhalb der Ölschicht zu senken und zu halten.“ Die Feuerwehr war mit 25 Mann ausgerückt und bis 1 Uhr im Einsatz.

Ihre Kräfte halfen auch, Petra Rotmanns und ihren vier Jahre alten Sohn Heiko sicherheitshalber von Bord zu holen. Sie wurden über einen Schlepper geborgen und später von der Feuerwehr zum Pierbüro gebracht. Damit der Schrecken für den kleinen Heiko nicht zu groß wurde, gab es schon auf dem Schlepper Süßigkeiten und im Feuerwehrauto einen Teddy für den Vierjährigen,

In den Binnenhafen verholt

Noch in der Nacht wurde entschieden, die „Smaragd“ in den Binnenhafen zu verholen: „Weil wir das Schiff dort besser unter Kontrolle haben“, sagt Hafenkapitän Markus Brüggemann, der auch eine Begutachtung des Schiffes durch die Schiffsuntersuchungskommission anordnete.

Die „Smaragd“ – Baujahr 1930, 1964 zum Motorschiff umgebaut und 1990 mit neuem Boden versehen – konnte mit eigener Kraft in den Binnenhafen laufen, die „Braksiel“ machte den Weg durchs Eis frei. Ein Fahrzeug der Firma Nehlsen pumpte das Schmutzwasser ab.

Die Ursache für den Wassereinbruch wurde entdeckt: „Ein Loch im Boden neben der Maschine. Es ist nur fingerdick“, erzählt Jacobus Rotmans. Er vermutet „schwaches Blech“, das wahrscheinlich durch den Eisgang leck schlug. Mit Holz und Fett hat er es nachts provisorisch gestopft. Gestern Nachmittag hat ein Taucher von einer Firma aus Duisburg von außen das Loch abgedichtet.

Ob und wann die „Smaragd“ ihre Reise fortsetzen kann, entscheidet der Versicherer. „Das ist in 28 Jahren Schifffahrt das erste Mal, das ich so etwas erlebe. Am Anfang hatte ich schon Angst“, beschreibt Jacobus Rotmans seine Gefühle. Und auch, dass er Zukunftssorgen hat: „Ich habe große Angst, was nun finanziell auf mich zukommt.“ Denn die Lage für Binnenschiffer ist alles andere als rosig.


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Ein Taucher brachte gestern einen Stopfen (rechts) an.
Artikel vom 09.02.12 - 12:00 Uhr
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