Frank Böttcher leitet das Institut für Wetter- und Klimakommunikation (IWK) in Hamburg, das von Donnerstag bis Sonnabend rund 70 Vortragende ins Klimahaus geholt hatte. Ob der Kongress 2011 wieder in Bremerhaven stattfindet, ist noch nicht entschieden. „Für uns und für die Stadt wäre das toll“, sagte Klimahaus-Geschäftsführer Arne Dunker.
Als ein Ergebnis nahmen die Besucher mit, dass in Ballungsräumen die Zahl der Sommertage sowie der Hitzetage mit mehr als 30 Grad Celsius zunehmen. Die Hitzebelastung steigt, die Gesundheitsgefahren nehmen zu. „Eine wärmere Atmosphäre kann im Sommer deutlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen, so dass die Wahrscheinlichkeit für die Stark-regengewitter zunehmen wird“, so Uwe Kirche vom Deutschen Wetterdienst. Die Städte und Gemeinden müssten sich wappnen.
Gleichzeitig kämpfen die Landwirte mit den Folgen von Wetterextremen. Die Schäden erreichen schon heute viele Millionen Euro und bedrohen nicht selten die Existenz der Betriebe. Die Vereinigte Hagelversicherung, ein großer Versicherer für die Landwirtschaft, spricht schon heute von 110 bis 130 Schadenstagen im Jahr. Die Schäden seien zwar häufig lokal begrenzt, aber die Intensität steige. Prof. Dr. Anke Jentsch stellte am Sonnabend ein Forschungsprojekt der Universität Bayreuth vor, das sich mit den Auswirkungen von Wetterextremen auf Ökosysteme befasst, darunter Grünland. „Biodiversität scheint ein Schlüssel zu sein für die Stabilität“, sagte die Ökologin. Allerdings reagierten die Ökosysteme sehr unterschiedlich.
Von extremen Wetterereignissen leitete das Programm schnell zum Klimawandel weiter. Einer der Redner dazu war Dr. Lars Kaleschke vom Hamburger Institut für Meereskunde. Er zeigte, dass die Abschmelzprozesse der Arktis sehr schnell voranschreiten: „Wir liegen mit den aktuellen Beobachtungen des Eisrückgangs etwa 30 Jahre vor den Modellergebnissen.“ Dabei konnte in der Modellierung der letzten 1200 Jahre gezeigt werden, dass die Wahrscheinlichkeit für eine natürliche Ursache der aktuellen Veränderungen in der Arktis gering sei. Deshalb müsse einzig der Mensch als Ursache gesehen werden.
