Denn das Segelschulschiff der Marine ist jetzt zur Weltumsegelung aufgebrochen. Der Bootsmann gehört zur gut 100-köpfigen Stammcrew und kehrt erst im nächsten Sommer zurück. „Mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, beschreibt der 29-Jährige den Abschied am Neuen Hafen. Klar, er freue sich auf diesen Törn, doch die Trennung von seiner Freundin sei hart, sagt er ganz ehrlich. Mitgegeben hat sie ihm nichts: „Das macht die Sehnsucht nur noch stärker“, glaubt Insa Freese. Per E-Mail wollen sie Kontakt halten.
Gute Wünsche, Umarmungen, Küsse – dann gehen die letzten Besatzungsmitglieder an Bord. Die Angehörigen trotzen dem Schmuddelwetter, stehen an der Kaimauer, verfolgen das Ablegemanöver, und ein Kuss fliegt noch durch die Luft. Marida Merziger, aus der Nähe von Bad Homburg angereist, rollt im strömenden Regen schnell noch ein Abschiedstransparent für ihren Sohn Daniel aus. „Vielleicht kullert gleich noch eine Träne“, sagt sie. „Aber ich freue mich für meinen Sohn, dass er den Mut hat, so etwas zu machen.“
Erster Hafen für ihn und seine „Bordkollegen“ wird Las Palmas auf Gran Canaria (Spanien) sein. Dort wechseln die ersten Offizieranwärter. Insgesamt werden 250 von ihnen in drei Etappen auf dem Schiff ausgebildet. Weihnachten wird die „Gorch Fock“ auf See sein, erst Silvester dann in Montevideo (Uruguay). Der 25. Juni 2011 steht bei allen dick im Kalender: Dann soll die „Gorch Fock“ zur Kieler Woche eintreffen. Das Wiedersehen.
