
Forscher des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) haben den markanten Komplex aus viel Glas und Beton bereits bezogen. Geplant wurde er vom Dresdener Architektenbüro Woerner und Partner. Draußen arbeiten Gärtner daran, die rasenbewachsene Wurt zu vollenden, aus der sich der 25 Meter hohe Büroturm hebt. Eine gestalterische Verbindung zu Deich und Meer und dem Standort.
„Wir sind mächtig stolz darauf“, sagt Baubeauftragter Hendric Schäfer zu dem Engineering-Gebäude, „es hat viel Spaß gemacht, daran mitzuarbeiten.“ Er hat sein Büro nebenan im Windhaus, der ehemaligen Jungfischerschule. Dort wird ein Teil der Belegschaft bleiben. Der Neubau bietet Platz für 60 Mitarbeiter. Schäfer drückt im Fahrstuhl auf den obersten Knopf. Oben im sechsten Stock haben Mitarbeiter und Besucher in der Cafeteria einen fantastischen Blick über die Wesermündung und die Stadt.
Das zeichnet auch die modernen Büros in den einzelnen Stockwerken aus, die zur Weser hin ausgerichtet sind. Dazu kommen Besprechungszimmer, von denen sich eines mit bis zu 80 Personen nutzen lässt. Auch in der Lounge davor und in den Fluren eröffnen die Architekten beeindruckende Ausblicke. Die Flure sind über zwei Stockwerke geöffnet und geben ein Gefühl der Weite. Alles wirkt klar, modern und hell mit viel Weiß, Grau – und Grün. Dieser Mintton soll an den Baustoff für Rotorblätter erinnern.
„Die Mitarbeiter fühlen sich unglaublich wohl hier“, sagt Schäfer. Und das sei gut so. „Das Institut lebt von den Leuten, die hier arbeiten.“ Es ist gewachsen und zählt am Standort Bremerhaven inzwischen 80 Mitarbeiter. Mit den beiden Rotorblatt-Prüfständen, die mit dem Engineering-Gebäude eine architektonische Achse bilden, und dem noch kommenden Gondel-Prüfstand sei sie gut aufgestellt, sagt die IWES-Crew.
Zu der gehört auch Jens-Uwe Jakomeit, der gerade im Technikum arbeitet. In der Halle, die an den Büroturm anschließt und sich auf 520 Quadratmetern ausbreitet, betreut er eine Bewitterungsanlage. In ihr können die Wissenschaftler Materialien und Bauteile wie Sensoren unter verschiedenen Einflüssen testen: beispielsweise Salzsprühnebel, der an den Offshore-Anlagen nagt. „Das Besondere ist, dass wir die Probekörper hier auch dynamisch belasten können“, erklärt er weiter. Bald werden noch hydraulische Prüfanlagen ins Technikum umziehen.
In unmittelbarer Nachbarschaft sind Labor, Lager, Pumpenraum und Werkstätten aufgereiht. Ein paar Türen weiter geht es zur Versorgungstechnik des großen Gebäudes. Die ist ausgeklügelt und nutzt sogar die Wärme, die in den benachbarten Prüfständen abfällt, wenn Hydraulikpumpen anspringen und an den riesigen Rotorblättern gezerrt wird.
