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Behörde bremst Rennboote aus


BRemerhaven. Es wird als „Red Rock Race“ verkauft, als Rennen um Helgolands Roten Felsen. Doch von der Nordseeinsel werden die Speedboot-Fahrer am Freitag, 15. Juni, nicht viel sehen. Die Kieler Wasser- und Schifffahrtsdirektion hat den Booten nämlich Tempolimits auferlegt und Veranstalter Guido Krieten (47) damit buchstäblich ausgebremst. Die Teilnehmer machen jetzt einen Bogen um Helgoland – das Inselrennen verkommt zur Weserfahrt. Der Ausrichter ist sauer. Von Dominic Rahe


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Guido Krieten im Speedboot , mit dem er am Freitag, 15. Juni, in Richtung Helgoland starten will. Bei dem „Pokerrun“ kommt es zwar nicht darauf an, wer der Schnellste ist, aber die Behörden haben trotzdem Angst, die Boote um Helgoland rasen zu lassen. Foto S. Berger

Nur mit einer Kursänderung konnte Krieten seine Veranstaltung überhaupt noch retten. Statt wie geplant in einer Schleife um die Insel herum, düsen die zwölf Rennboote nun weserabwärts vom Bremerhavener Fischereihafen bis kurz vor Helgoland. Dort ist dann aber Schluss. Krieten: „Mit den Tempolimits vor Helgoland wäre das eine Kanalfahrt geworden.“

Das Wasser- und Schifffahrtsamt Tönning hatte nämlich – anders als die Kollegen in Bremerhaven – nicht mit sich reden lassen und für die bis zu 50 Knoten schnellen Speedboote Geschwindigkeitsbegrenzungen ausgesprochen: acht Knoten zwischen den Inseln, 15 Knoten im Zufahrtsbereich und 25 Knoten außerhalb des Naturschutzgebietes der Insel.

Suche nach Pokerkarten

Die Behörde fürchtete, dass die Speedboote andere Schiffe gefährden. Zu gefährlich, so die Begründung des Amtes. „Völliger Quatsch“, sagt Krieten. „Ich durfte in Tönning meine Pläne ja nicht mal erläutern. Wir fahren ja kein richtiges Rennen.“ Denn sogenannte Pokerruns sind keine bloßen Wettrennen. Es geht nicht um Bestzeiten, sondern um die gemeinsame Ausfahrt: Auf der Strecke vom Fischereihafen bis kurz vor Helgoland werden fünf schwimmende Stationen aufgebaut, von denen die Fahrer jeweils einen Briefumschlag abholen – Inhalt: eine Pokerkarte. Wer im Ziel das Blatt mit der höchsten Zahl in den Händen hält, hat das Rennen gewonnen.

„Dass wir auf dem Weg zu den Checkpoints natürlich auf die Tube drücken, ist doch klar. Aber es werden keine riskanten Manöver gefahren, weil es überhaupt keinen Unterschied macht, ob man als Erster oder Letzter ankommt“, sagt Krieten. „Aber das wollte weder das Amt in Tönning, noch die Direktion in Kiel hören.“

Also plante Krieten notgedrungen um. Beim Wasser- und Schifffahrtsamt Bremerhaven stufte man die Veranstaltung nicht als Regatta oder Rennen, sondern als Ausfahrt ein – ohne Geschwindigkeitsbegrenzungen. „Es ist zwar nicht unsere Traumstrecke, aber besser als eine Absage“, sagt der 47-jährige Organisator aus Schiffdorf.

Am Freitag, 15. Juni, treffen sich nun zwölf Speedboot-Fahrer im Bremerhavener Fischereihafen. Nach dem eigentlichen Pokerrun fahren die Teilnehmer trotzdem nach Helgoland und verbringen dort den Sonnabend. Im nächsten Jahr soll die Veranstaltung größer aufgezogen werden.


Artikel vom 10.06.12 - 12:00 Uhr
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