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600 Helfer sammeln Müll ein


Bremerhaven. Gerade hatte er Reste einer Motorradverkleidung aus dem Unterholz gezogen. Jetzt entdeckte er Teile eines Fernsehers. Andreas Neumann kam angesichts des im Wald entsorgten Mülls nicht aus dem Staunen heraus. Ähnlich ging es den anderen etwa 600 freiwilligen Helfern der Saubermach-Aktion „Klar Schiff!“. Insgesamt kamen 4,66 Tonnen Müll zusammen. Von Yvonne Gotthardt


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Künftig können Radler auf blitzblanke Schilder gucken: Die Mitglieder des ADFC schrubbten, was das Zeug hielt. Hier sind Marita und Heino Rosenbrock mit Marlene Müller am Werk.

Eine Bierdose hat Förderwerk-Mitarbeiter Andreas Neumann ebenfalls dem Dornröschenschlaf auf Waldesboden entrissen. „Die Sorte gibt es schon seit Jahren nicht mehr“, sagt er kopfschüttelnd angesichts der betagten Dose. Ein recht gut erhaltener Satz Winterreifen fand sich ebenfalls unterm Laub. „Da könnte mancher noch mit fahren“, sagte Kollege Thomas Sassen.

Den Müll zugeordnet

Ob die Förderwerk-Mitarbeiter, die nahe des Gewerbegebiets Weißenstein gerade auf eine wilde Müllkippe stoßen waren oder die Radler vom ADFC, die Schilder putzten: Zu tun hatten die Helfer der „Klar Schiff!“-Aktion reichlich. „Man konnte genau sehen, wo die unterwegs waren“, sagte Marlene Müller vom ADFC über die Grünkohlwanderer, die häufig wohl leere Flaschen ins Grüne werfen statt sie im Bollerwagen wieder mit nach Hause zu nehmen. Besonders arg sei es auf der Kohlwandererstrecke gewesen, die zur alten Luneschleuse führt. Mit viel Elan war der Nachwuchs der Leher Feuerwehr im Einsatz. Rund um eine Burgerbraterei fanden sie jede Menge Papiermüll, aber auch Sperrmüll, den der 13-jährige Stephan auflistete: „Maurerkübel, Betonpfähle, Einkaufswagen.“

Viel zu tun hatten die Auszubildenden der Kreishandwerkerschaft, die hinter dem Schulzentrum Carl von Ossietzky zu Werke gingen. „Ich verstehe nicht, dass die Leute ihren Müll überall hinschmeißen“, sagt der 22-jährige Aaron Struck. Es gebe doch überall Mülleimer. „Ich möchte die Stadt sauber haben“, nennt er den Grund für sein Engagement. Kira Stiemke wollte ein Zeichen setzen: „Jeder kann etwas für seine Stadt tun.“

Dieses Engagement und Wir-Gefühl ist im Sinne von Baudezernent Volker Holm (CDU), der mit der Zahl von 600 Teilnehmern zufrieden war, auch wenn die Veranstalter sich mehr erhofft hatten. „Wenn beim nächsten Mal diese Teilnehmer wieder dabei sind und dann noch welche mitbringen, entwickelt sich das“, ist er überzeugt. So sei es in Bremen, in der ein ähnliches Projekt seit Jahren funktioniere, ebenfalls gewesen. „In den Köpfen der Menschen muss sich etwas bewegen“, wünscht sich Holm. Eine neue Putzaktion hat er für das nächste Jahr anvisiert. „Im Frühling, wenn es nicht mehr friert.“

Abschlussparty

Im Anschluss an die schweißtreibende Bremerhaven-Putzaktion kamen viele der Helfer vor der Großen Kirche zur Abschlussparty zusammen. Dort gab es eine Verlosung sowie Musik des Chores Glademakers.

Die Kampagne des Bau- und Umweltdezernats und der Entsorgungsbetriebe Bremerhaven unterstützten zahlreiche Vereine, Stadtteilkonferenzen, Schulen und weitere Institutionen wie , Ströer Deutsche Städte Medien, Bremerhavener Entsorgungsgesellschaft und Sparkasse Bremerhaven.

Artikel vom 17.03.10 - 06:00 Uhr
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