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Nordenham

Hund liegt schwerkrank am Straßenrand

Uhr Von Dörthe Schmidt
Der junge Hund Snow wurde in Burhave gefunden. Jessica Petko vom Tiersuchdienst hat ihn vorerst zu Hause aufgenommen. Foto Schmidt

Nordenham. Am vergangenen Freitag stand das Leben des Welpen ohne Papiere auf der Kippe. Er hatte Flöhe, Würmer und eine ansteckende Krankheit. „Wenn er sich bis zum Abend nicht erholt hätte, hätte die Tierärztin ihn einschläfern müssen“, sagt Jessica Petko.

Eine Woche zuvor, am 8. Januar, wurde das Tier als gefunden gemeldet. Die Vorsitzende des Tiersuchdienstes Wesermarsch hat den Hund vorerst bei sich aufgenommen. Wahrscheinlich stammt er aus einer illegalen Zucht in Polen. „Er ist mittlerweile vermutlich sechs Wochen alt“, sagt sie.

„Man sollte beim Welpenkauf immer auch nach dem Muttertier fragen.“
Jessica Petko, Tiersuchdienst

Laut Tierschutzgesetz darf ein Welpe frühestens nach acht Wochen von seiner Mutter getrennt werden. „Das ist die Lernphase bei einem Hund. Er lernt von seiner Mutter und beim Spielen mit den Geschwistern“, sagt Jessica Petko.

Snow fehlte der gesetzlich vorgeschrieben Impfpass, den jeder Hund innerhalb Deutschlands haben muss. Tiere aus anderen EU-Ländern brauchen sogar einen EU-Heimtierausweis, ein tierärztliches Gesundheitszeugnis und einen Mikrochip.

Stattdessen lagen zwei Medikamente mit in der Transportbox, in der Snow gefunden wurde. „Der Welpe war hier bereits beim Tierarzt gewesen“, sagt Heidi Huth-Hinrichs vom Tiersuchdienst. Sie glaubt nicht, dass Snow wirklich ein Fundhund ist.

Ihr wurde der Welpenfund telefonisch gemeldet. Mit Jessica Petko holte sie den Welpen in Burhave ab. „Die junge Frau sagte, dass sie den Hund in einer Transportbox an der Strandallee gefunden hat“, sagt Heidi Huth-Hinrichs. Die Übergabe fand auf der Straße statt.

„Ich hab im ersten Moment gedacht: ,Die will den Hund schnell los werden.‘ Einen frierenden Welpen wickelt man in eine Jacke und nimmt ihn auf den Arm und trägt ihn nicht in so einer Transportbox“, erklärt Jessica Petko. Der Welpe war zu dem Zeitpunkt durch die Krankheiten in einem schlechten Zustand.

Anzeige wegen Betrugs soll folgen

Dem Tiersuchdienst liegen Hinweise vor, dass die Frau und ihr Lebensgefährte mehrere Hunde illegal in Polen erworben haben. „Wir erstatten Anzeige wegen Betrugs“, sagt Jessica Petko.

Das Veterinäramt leitet bei Verdacht auf illegale Einfuhren ein Bußgeldverfahren ein. Bis zu 1000 Euro pro Hund müssen Käufer Strafe zahlen. „Das Geschäft nimmt leider zu. Ich habe mindestens einmal im Monat einen solchen Fall“, berichtet Dr. Norbert Heising, Geschäftsführer des Veterinäramts JadeWeser.

Käufer ließen sich oft durch die niedrigen Preise locken. „Eigentlich ist es nicht günstiger. Weil sie unter schrecklichen Bedingungen gezüchtet werden, sind sie fast immer krank. Man muss viel Geld für die Medikamente und Impfungen bezahlen“, erläutert Jessica Petko.

Snow ist über den Berg

In der Zwischenzeit hat sich Snows Zustand sehr verbessert. Er frisst regelmäßig und ist aktiv. Die Flöhe und Würmer wurden erfolgreich von der Tierärztin behandelt. „Wir warten nur noch darauf, dass auch der Parasiten-Test negativ ausfällt, dann gebe ich ihn ab“, erzählt Jessica Petko.

Snow hat das Schlimmste überstanden

Die Parasiten nennen sich Giardien. Sie sind auch für Menschen und andere Tiere ansteckend, deshalb steht der Welpe noch unter Quarantäne.

Snow hat Glück gehabt, er ist über den Berg. Den Namen hat die Tierschützerin ausgesucht. „Weil die Menschen, die so was machen, eiskalt sind“, erklärt sie.

Sie rät davon ab, ein Tier aus dem Ausland zu kaufen. „Man sollte beim Welpenkauf immer nach dem Muttertier fragen“, sagt sie, „seriöse Züchter halten Mutter und Welpen zusammen.“

„Man sollte beim Welpenkauf immer auch nach dem Muttertier fragen.“
Jessica Petko, Tiersuchdienst

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