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SPD warnt vor Schnellschüssen


Brake. Dass die Innenstadt belebt werden muss, steht auch für die Braker SPD fest. Einzelne Maßnahmen wie die nun ins Spiel gebrachte Öffnung der Fußgängerzone für den Autoverkehr machen in Augen der Sozialdemokraten aber keinen Sinn. Sie warnen vor „Schnellschüssen“ und fordern nachhaltige Aktionen. Von Gabriele Gohritz


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Radeln in der Fußgängerzone erlauben? Bereits das führt nach Meinung der Braker SPD zu einem nicht unerheblichen Gefährdungspotenzial. Foto gg

„Wir begrüßen den Meinungsaustausch im Internet und auf der Straße“, teilen SPD-Ortsvereinsvorsitzender Holger Kromminga und Marcel Schmikale für die SPD-Ratsfraktion mit. „Nur wenn Bürger, Einzelhändler, Politik und Verwaltung an einem Strang ziehen und gemeinsam Ideen entwickeln, haben wir eine Basis, auf der wir aufbauen können.“

Holger Kromminga und Marcel Schmikale fordern, dass die Diskussion im Internet nun auch in Bürgerversammlungen und Diskussionsforen münden müsse: „Alle Ideen, Vorschläge und Konzepte müssen gesammelt, bewertet und sinnvoll zu einem Gesamtkonzept geschnürt werden.“ Daran müssen die Bürger beteiligt werden. Wichtig sei es, so Holger Kromminga und Marcel Schmikale, dass sich alle beteiligten Akteure „nach der Online-Diskussion jetzt auch offline zu einer Ideenschmiede“ treffen.

Einzelne Maßnahmen nun herauszugreifen und „als alleinige Chance für die Innenstadt zu betrachten“, macht in den Augen der SPD keinen Sinn. Dazu gehöre die Forderung nach der Öffnung der Fußgängerzone für den Autoverkehr. Mehr Autoverkehr bringe nicht mehr Kunden. Holger Kromminga: „Nur die Autos zuzulassen, bringt nicht mehr Einkaufserlebnis – im Gegenteil.“

Viele Nutzer, so ältere Einwohner, Familien mit kleineren Kindern und Rollstuhlfahrer, hätten ein mitunter eingeschränktes Wahrnehmungsvermögen. „Bereits die Zulassung vom Radfahren in der Fußgängerzone bedeutet für diese große Gruppe ein erhebliches Gefährdungspotenzial, das auch durch Gebote der Schrittgeschwindigkeit nicht reduziert wird“, so die SPD. Ortsvereinsvorsitzender Kromminga, der diplomierter Stadt- und Regionalplaner ist: „Die Aufenthaltsqualität der Fußgängerzone wird durch die Befahrbarkeit durch Radfahrer und Autos deutlich eingeschränkt.“

Die sogenannten Shared-Space-Modelle, bei denen möglichst wenig Ge- und Verbote das Miteinander aller Verkehrsteilnehmer regeln sollen, seien sicher für einige Städte eine gute Lösung. Dennoch sollte gerade in Brake doppelt hingeschaut werden, bevor man sich dafür entscheide: „Die lange Gerade der Breiten Straße mit ihrer vielfältigen Möblierung und der schwierigen Situation an der Einmündung zur Kirchenstraße muss auf ihre Eignung genau geprüft werden.“

Holger Kromminga hat zur Belebung der Innenstadt andere Ideen parat. Dazu gehören Test-/Probefilialen in den Leerständen: „Ladenketten oder regional bereits bestehende, an anderen Standorten angesiedelte Betriebe könnten so ohne Risiko mit geringen Mieten und kurzen Mietverträgen testen, wie ihr Angebot in Brake angenommen wird.“ Ein gemeinsames City-Outlet Brake in einem größeren Leerstand könnte, so Holger Kromminga weiter, als Frequenzbringer fungieren. Die Innenstadtkaufleute hätten hier die Möglichkeit, zum Beispiel Modelle des Vorjahres oder Sonderposten ohne größeren Aufwand zu veräußern.

Kombi-Angebote etablieren

Zwischen Händlern der Innenstadt und Gastronomen, Handwerkern und Dienstleistern sollte ein attraktives „Kombi-Angebot“ etabliert werden: „Kauft man zum Beispiel in einem Schuhgeschäft, erhält man einen Gutschein für ein Getränk in einer Braker Gastronomie, umgekehrt genauso.“ So werde der „Braker Staffellauf“ wieder aufgegriffen. Ein Gastro-Share-Konzept sollte es den Gastronomen ermöglichen, auch Flächen vor den Einzelhandelsgeschäften zu nutzen.

„Immens wichtig“, so Holger Kromminga, sei die Entwicklung eines Alleinstellungsmerkmals. Als erster Schritt sollte der maritime Charakter der Innenstadt herausgestellt werden. Zum Beispiel indem einheitliche Strandkörbe aufgestellt werden, die von den Händlern als Paten betreut und eventuell sogar gastronomisch genutzt werden können.


Artikel vom 27.04.12 - 12:00 Uhr
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