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Hochkaräter in Braker Schmuckstück


Brake. „Slow down easy“ singt Timo Gross, und die rund 120 Konzertbesucher singen inbrünstig mit. Dann stoppt die Musik – und der Saal singt a capella weiter. Slow down easy – Komm’ langsam runter. Nichts hätte das gelungene Blues-Konzert im Central Theater besser kennzeichnen können. Von Thomas Vosskuhl


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Die Besucher waren begeistert vom hochkarätigen Blues-Konzert.

„Ein schöner, entspannter Abend“, fand der Elsflether Ratsherr Alexander von Perger, einer von rund 120 Besuchern am Sonnabendabend im ehemaligen Kino in der Mitteldeichstraße, das sich zum Kulturzentrum mausert. Diesmal war es ein Blues-Trio, das Kultur in die Kreisstadt brachte. Selbst komponierte Bluessongs mit Einflüssen von Country und Rock präsentierten Richie Arndt (53), Timo Gross (47) und Alex Conti (59). Drei Könner auf ihren Akustik-Gitarren. Die beiden erstgenannten sind feste Größen der deutschen Musikerszene, der dritte fast so etwas wie ein Ex-Rock-Star: Alex Conti spielte einst in den weit über die Grenzen Deutschlands hinaus höchst erfolgreichen Bands Lake und Atlantis.

Nun tourt er mit Timo Gross und Richie Arndt und dem Blues-Programm „The Vineyard Sessions Vol. II“ durch die Lande. Das gleichnamige Album wurde für den Preis der deutschen Schallplattenkritik nominiert. Es waren also Hochkaräter, die da in der Mitteldeichstraße zu Gast waren.

Die Konzertbesucher wussten es zu schätzen. Nicole Westermann (31) mochte die „Musik zum Mitwippen“. Und nicht nur das handwerkliche Können der drei Gitarristen beeindruckte sie, sondern auch die Stimmen. „Der eine hoch und klar, der andere rockig, der dritte so einfühlsam – wunderbar“, sagte Nicole Wesermann. Und sie muss es wissen, schließlich singt sie selbst in einer hier bestens bekannten Band, bei Vorsicht Düker.

Einige Reihen weiter gaben sich drei reifere Damen der musikalischen Entspannung in den roten Plüschsesseln des ehemaligen Kinos hin – angetan von der Musik, dem Ambiente und dem Rotwein in den Gläsern vor ihnen. „Einfach toll“, schwärmte die Brakerin Ursel Blohm (67). Ihre Freundin Trude König (67) fand es „so schön, dass es sowas hier in der Stadt gibt“. Und sie meint: „Das Projekt hier mit dem Kulturzentrum – da muss man schon sagen: weiter so. Und das muss man als Braker auch unbedingt unterstützen.“

Die dritte im Bunde, Helga Busch aus Abbehausen (57), war noch nie in diesem Saal mit dem heimeligen Charme der siebziger Jahre – und auch noch nie bei einem Blueskonzert. Sie hatte das Ticket bei einer Verlosung der Kreiszeitung gewonnen: „Ich wusste gar nicht, was mich erwartet und ich bin wirklich angenehm überrascht.“

Auch Uwe Döhren kannte das Central Theater nicht. Der 55-Jährige kommt aus Oldenburg und ist eigentlich Heavy-Metal-Fan. Seine Freundin, eine Nordenhamerin, hatte ihn zu diesem Konzert überredet. „Ich bin beeindruckt“, sagte Uwe Döhren mit Blick durch den Saal: „Das ist wirklich ein echtes Schmuckstück. Das sollte erhalten bleiben. Und wenn sich das erstmal rumspricht, was hier veranstaltet wird, dann kommen auch mehr Leute von auswärts – da bin ich ganz sicher.“

American Swing Party

Dafür, dass es sich noch weiter rumspricht, dafür will Norbert Ostendorf sorgen, der städtische Kulturzentrumsbeauftragte. Und Anfang März präsentiert er zusätzlich zum bereits bekannten Programm zwei weitere hochkarätige Veranstaltungen: am 3. März gibt es Swing vom Feinsten mit der American Swing Party vom Knut Richter Swingtett. Und nur fünf Tage später kommt die legendäre Soul- und Rockröhre Inga Rumpf in die Mitteldeichstraße.


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Die Besucher waren begeistert vom hochkarätigen Blues-Konzert.
Artikel vom 06.02.12 - 12:00 Uhr
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