X Diesen Artikel versenden


Absender-E-Mail*
Empfänger-E-Mail*
Nachricht*

szmtag

Die Narren lassen die Puppen tanzen


Eckwarden. Draußen 10 Grad minus – drinnen kocht der Saal. Diese Temperaturschwankung zu meistern war für die Eckwarder Karnevalisten kein Problem – und das gleich zweimal im jeweils ausverkauften Saal der Gaststätte Eckwarder Hof. Muppet-Show hieß das Motto: Die Narren ließen die Puppen tanzen. Von klaus-Günter Oetting


bild vergrößern
Die Südstrandteenies präsentierten sich zu Beginn traditionell in Rot und Weiß, ehe sie den Karneval ebenso schwungvoll beendeten. Das Publikum war begeistert und forderte gleich zwei Zugaben.

Wörtlich genommen hat das die Gruppe Sky Dance. Sie tänzelten wie Marionetten nach einer Melodie der Augsburger Puppenkiste („Eine Insel mit zwei Bergen...“) auf die Bühne und legten – nachdem sie von den imaginären Fäden befreit worden waren – einen flotten Rock’n’Roll hin.

Diese zauberhafte Nummer waren dem Präsidium um Johann Evers und dem Publikum eine Rakete wert – nicht der erste und nicht der letzte Applaus besonderer Wertschätzung. Der Karneval begann tänzerisch mit den Südstrandteenies in den traditionellen rot-weißen Uniformen und endete mit den jungen Damen, die so gut drauf waren, dass sie nach der ersten noch eine zweite Zugabe aufs Parkett legten.

Vive la France

Nicht weniger schwungvoll ging es bei den Northcoast Boogaloos unter der Leitung von Jens Oetken zu. Den richtigen Dreh hatte der Klöppelclub raus, dessen Mitglieder in die Hände, auf Oberschenkel und Schulter – und die des Nachbarn – klatschten. Da im Rhythmus zu bleiben, erforderte langes Training und war nicht so einfach.

Den Reigen der Büttenredner eröffneten Thomas und Lukas Büsing als „Zwei Irre“ – diesmal nicht auf der Parkbank, sondern in einem Boot. Dass er ein Gedicht von Heinz Erhardt abgelesen hatte, fand Lukas nicht so schlimm: „Das macht zu Guttenberg auch.“ Die beiden Irren schwadronierten munter durch die kleine und große Weltgeschichte.

Mon Dieu! Mit einem köstlichen französischen Zungenschlag plauderte der Starkoch (Christoph Thien) mit Miss Piggy (Alie Siefken) über Rezepte, Gott und die Welt. Über die Speisefolge wurden sie sich allerdings nicht sofort einig. Schweinebraten kam für Miss Piggy schon mal gar nicht in Frage.

Beide stellten aber fest, dass man manche Speisen bestimmten Politikern zuordnen konnte: Franz-Josef Strauß liebte Schweinenacken, Helmut Kohl bevorzugt Saumagen und Helmut Schmidt Räucheraal. Miss Piggy rundete das mit herrlich schrägem Gesang ab: „Ich will ’nen Cow-how-boy als Mann.“

Unter der Dusche

Eine erfrischende Anleihe bei der Sesamstraße nahm Corinna Evers als Schlemihl. Weil im Karneval einiges erlaubt ist, nahm sie ihren Vater, seines Zeichens Karnevalspräsident, auf die Schippe, der im vergangenen Jahr für den Rat kandidiert hatte: „Der Präsi kann kaum zählen, wer soll denn diesen Knacker wählen?“ Dass die Grundschule in Stollhamm nicht geschlossen worden ist, hat für Schlemihl zwei Vorteile: Pro Kind eine Klasse, das spart Personal. Und: „Den Schulausflug kann die Grundschule im Bürgerbus machen.“

Ines Conrady und Carsten Brockhoff waren in die Rolle des jeweils anderen Geschlechts geschlüpft und informierten über das unterschiedliche Duschverhalten von Männlein und Weiblein. So benutzt Frau nach der Vorwäsche und vor der Nachwäsche ein Shampoo mit mindestens 43 Kräutern, während Mann sich mit einem Duschgel begnügt. Frau stellt vor dem Spiegel entsetzt die Problemzonen fest – Mann bewundert seine Muskeln.

Eine Show in der Muppet-Show präsentierten die Drei von der Tankstelle: Die Muppet-Figuren Statler und Waldorf (Dirk Töllner und Hans-Gerd Hansing) beobachteten das Geschehen von ihrer Loge aus und kommentierten das Ganze mit sarkastischen Äußerungen, da ihnen kein Auftritt gefällt. Nebenbei stellten sie Kermit (Thomas Mahlstede) mal mehr, mal weniger dumme Fragen.

300 Einwohner hat Eckwarden, 70 machen beim Karneval mit, und eine Frau, die hinter der Bühne nicht fehlen darf, erhielt am Freitag den Horst-Wagner-Orden: Beate Immoor kümmert sich seit Jahren darum, dass alle Akteure gut geschminkt auf die Bühne kommen.

Weitere Fotos finden Sie auf unserer Internet-Seite.

www.kreiszeitung-wesermarsch.de


bild vergrößern
Das Publikum amüsierte sich prächtig : Der Saal in der Gaststätte Eckwarder Hof war zweimal ausverkauft.
Artikel vom 06.02.12 - 12:00 Uhr
| drucken | versenden


Anzeige

Traueranzeigen

Folgen Sie uns


Folgen Sie uns bei facebook

ePaper

Lesen Sie hier die aktuelle Seite 1

Zeitung

Abo Service
Abonnement
Änderungen

ePaper

Login
Abonnement

Moneyspecial

Prämienshop

Werben Sie einen neuen Abonnenten und Sie bekommen eine attraktive Prämie.

zum Prämienshop