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Dreifach-Triumph für Oldenburg


Utgast. Der 26. Klootschießer-Feldkampf wird als einer der spannendsten, aber auch einer der längsten in die Geschichte eingehen, Dazu passt der knappe Ausgang. Mit 1,20 Meter Vorsprung sicherten sich die Oldenburger den vierten Sieg in Folge im Vergleich mit den Ostfriesen. Damit hatten die Oldenburger noch etwas geschafft, was ihnen bisher noch nie gelang – der Sieg in allen drei Wettbewerben (siehe weitere Berichte auf dieser Seite). Von Peter Menze


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Dirk Schomaker, der einzige Butjadinger im Oldenburger Feldkampf-Team, hatte einige knifflige Aufgaben zu lösen. Er tat dies mit Bravour und hatte damit großen Anteil am Erfolg seiner Mannschaft. Foto schl

Es gibt noch einige Besonderheiten im Zusammenhang mit diesem Wettkampf. Selten wurde ein Feldkampf auf einem so idealen Gelände, das hohe Ansprüche an die Athleten stellte, durchgeführt. Die Tatsache, dass es dennoch so viele Würfe jenseits der 100-Meter-Marke gab, ist ebenso bemerkenswert.

Hinsichtlich der Zuschauerzahlen war dieser Ländervergleich allerdings nicht herausragend. Rund 1700 Käkler und Mäkler hatten den Weg nach Utgast gefunden. Aber auch damit durfte der Veranstalter mehr als zufrieden sein, zumal die Stimmung währen des fast achtstündigen Wettkampfs prächtig war.

Schwacher Beginn

Der begann aus Sicht der Oldenburger ernüchternd, auch wenn Detlef Müller mit 106 Metern stark anfing. Dirk Schomaker ließ für seine Verhältnisse mäßige 84 Meter folgen. Auch Hendrik Rüdebusch (91) blieb im ersten Versuch hinter den Erwartungen zurück. Zudem hatte Keno Vogts Pech, dass seine Kugel vom ersten Wall zurückprallte. Somit konnten für ihn lediglich 88 Meter notiert werden.

„Wir haben richtig schlecht begonnen, uns dann aber im Verlauf des Wettkampfs enorm gesteigert. Ich bin richtig stolz auf meine Jungs“, so Feldobmann Hinny Harms, der angab, auch zu diesem Zeitpunkt nicht am Sieg seiner Mannschaft gezweifelt zu haben.

Die Ostfriesen waren dagegen sofort im Bilde. Lothar Taddigs‘ 98 Meter waren zwar noch im Rahmen. Nicht aber die 106 Meter von Hellfried Götz. Aber es sollte noch schlimmer kommen für die Oldenburger: Nachdem Frank (144) und Dennis Goldenstein (120) übers Brett gegangen waren, hatten die Ostfriesen bereits nach vier Werfern den ersten Schoet für sich erobert.

Diesen Rückstand glichen Ludger Ruch (93), Jens Stindt (93) und insbesondere Timo Petznik (120) aus, weil insbesondere Horst Dieling (68) unter seinen Möglichkeiten blieb. Thorsten Kerker (120) und Roman Wübbenhorst (101) konnten den Ausfall nicht kompensieren.

Exzellent gemeistert

Die zu diesem Zeitpunkt 65 Meter betragende Führung der Ostfriesen verkürzten Dirk Schomaker und Co immer weiter. Zu Beginn des dritten Durchgangs rissen sie die Führung zum ersten Mal an sich. Daran hatte Schomaker großen Anteil. An der gefährlichsten Stelle des Geländes stellte er seine Flüchter-Qualitäten unter Beweis. Durch zwei nur sechs Meter auseinander stehende Eichen musste die Kugel hindurch geworfen werden. Das klappte beim Fedderwardersieler gleich dreimal exzellent.

Hellfried Götz touchierte dagegen einmal das Gehölz, wodurch die Kugel mächtig gebremst wurde. Ähnlich erging es auf Oldenburger Seite später auch Hendrik Rüdebusch. Doch anders als bei Götz verlor der Wurf dadurch nicht an Schwung.

Undankbare Aufgabe

Auf Frank Goldenstein, der zuvor mit 165 Meter den Bestwurf des Wettbewerbs hingelegt hatte, wartete nun die undankbare Aufgabe, die Fehlleistung seines Teamkameraden auszubügeln. Dabei war aber weniger die Weite als vielmehr Präzision gefragt, galt es doch, die Kugel nicht in den rund 90 Meter entfernten Graben zu setzen. Goldenstein meisterte diese Aufgabe zwar hervorragend, dennoch ließen im Lager der Ostfriesen viele schon den Kopf hängen. Nicht so Thorsten Kerker (1024), der inzwischen eingewechselte Renko Altona (106) und Roman Wübbenhorst (112).

Dem schon so siegessicheren Anhang der Oldenburger war die Verunsicherung nach Wübbenhorsts Knaller deutlich anzumerken. Jedenfalls einem Teil. „Timo schafft dass“, waren sich dagegen die Teammitglieder um Feldobmann Hinny Harms sicher. Gemeint war Timo Petznik, der letzte Werfer in diesem 26. Feldkampf. Und er rechtfertigte das in ihn gesetzte Vertrauen mit einer Weite von 98 Metern. Allerdings wäre die Kugel wohl noch einige Meter weiter getrüllt, wenn sie nicht von einer im Weg stehenden Zuschauerin aufgehalten worden wäre. Da die Kugel die Zielmarke der Ostfriesen da aber schon passiert hatte, wurde auf einen Wiederholungswurf verzichtet. „Auch mit einem Vorsprung von 1,20 Meter ist dieser Wettkampf gewonnen“, frohlockten die Käkler und Mäkler aus dem Oldenburger Lager.

Artikel vom 06.02.12 - 12:00 Uhr
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