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Defizite nicht zu übersehen


Wesermarsch. Der Ruhm der vergangenen Spielzeiten bröckelt. Erstmals seit etlichen Jahren finden sich die zuletzt zweimal gedemütigte Landesliga-Fußballer des SV Brake auf einem Abstiegsrang wieder. Der TV Esenshamm hat gegen Bezirksliga-Schlusslicht Frisia Wilhelmshaven zwar den geforderten Erfolg eingefahren, doch der stand auf sehr wackeligen Beine. Spielerische Defizite waren erneut nicht zu übersehen. Von Peter Menze


SVB-Trainer Vesko Bukumiric musste aufgrund fehlender Alternativen in Jeddeloh eine Verlegenheitself auflaufen lassen. Mehrere Spieler mussten Positionen bekleiden, auf denen sie noch nie gespielt haben. Das konnte gegen einen so angriffsstarken Gegner wie den SSV Jeddeloh nicht gut gehen.

Dazu kommt noch, dass einigen Spielern momentan das Format fehlt, um sich in der Landesliga zu behaupten. Das ist weniger ihre Schuld als vielmehr die der momentane Situation. Eigentlich sollten sie behutsam herangeführt werden. Das ist aufgrund der aktuellen personellen Voraussetzungen aber nicht möglich.

Ungemütliche Zeiten

Der SV Brake steht aber nicht nur in personeller Hinsicht mit dem Rücken zur Wand. Inzwischen ist er auch auf einen Abstiegsrang abgerutscht. Diese Tatsache lässt sicherlich auch bei den Verantwortlichen die Alarmglocken klingeln. Und wer das Braker Umfeld kennt, kann sich schon vorstellen, dass Vesko Bukumiric der Wind bald schärfer ins Gesicht bläst. Ihn für die momentane Situation, vor der er schon vor der Saison gewarnt hatte, allein verantwortlich zu machen, wäre aber nicht gerecht. Geduld ist nun das oberste Gebot. Aber das ist eine Eigenschaft, die die Entscheidungsträger rund um das Poligras-Stadion noch nie ausgezeichnet hat.

Dass sich nach dem 3:1-Erfolg des TV Esenshamm gegen Schlusslicht Frisia Wilhelmshaven die Wogen wieder glätten ist indes nicht zu erwarten. Zu schwach war das Auftreten der Rohde-Schützlinge, die wohl am Sonnabend gegen jeden anderen Gegner in der Liga nicht zum Erfolg gekommen wären. Die Tatsache, dass es ausgerechnet Torhüter Christian Borzyszkowski war, der diesen so wichtigen Erfolg mit einer ganz starken Leistung sicher stellte, sollte seine Kritiker endlich verstummen lassen.

Ganz allmählich wird es Zeit sich den wirklich wichtigen Fragen zuzuwenden. Warum mangelt es dem Team zurzeit an der spielerischen Harmonie? Slawomir Sojcka, der in der Vorbereitung als Taktgeber brillierte, ist völlig abgetaucht. Auch Norman Preuß bleibt weit unter seinem eigentlichen Leistungsvermögen. Und Christian Tannert sucht ebenfalls noch nach seiner Form. Die Tatsache, dass Andreas Cichon dem Team nur sporadisch zur Verfügung steht, kann den Verantwortlichen auch nicht wirklich gefallen.

Defizite aufarbeiten

Am kommenden Wochenende sind die Esenshammer spielfrei. Eine Woche später erwarten sie den zurzeit noch unbesiegten Überraschungs-Spitzenreiter VfL Wildeshausen. Man darf gespannt sein, ob die Defizite bis dahin aufgearbeitet wurden. Wenn nicht, kann man sich von den eigentlichen Zielvorstellungen, ein Platz unter den ersten Fünf, zunächst einmal verabschieden.

Artikel vom 07.09.10 - 06:00 Uhr
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