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Wunsch: Leben und Arbeit sollen gut vereinbar sein

Nordenham (gl). Im Rahmen der Kampagne „Gemeinsam für ein gutes Leben“ hat die IG Metall die größte jemals von einer Gewerkschaft auf die Beine gestellte Beschäftigtenbefragung abgeschlossen. 450 000 Menschen haben sich bundesweit daran beteiligt. 1224 Fragebögen wurden in der Wesermarsch ausgefüllt.

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Auch auf dem Nordenhamer Marktplatz befragte die IG Metall Passanten – auf diesem Bild sind es Schüler des Gymnasiums. Archivfoto: gl

„Die Menschen haben eine klare Vorstellung, was ihnen wichtig ist und was sich in Deutschland ändern muss,“ zieht der Nordenhamer IGM-Bevollmächtigte Martin Schindler ein Fazit. Das Ergebnis zeige eindeutig, dass die Politik selten „so weit von den Erwartungen der Menschen entfernt“ gewesen sei wie zurzeit.

Bei der Befragung standen die Themen Arbeit und Einkommen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Mitbestimmung, Mindestlohn und Leiharbeit sowie Bildung im Vordergrund. Die Ergebnisse belegten, so die IG Metall, wie wichtig es den Menschen ist, dass es gerecht zugeht in der Gesellschaft. Die materielle Sicherheit bei Arbeitslosigkeit und Krankheit (79 Prozent) sowie die Einführung von Mindestlöhnen (78 Prozent) stünden dabei ganz oben auf der Liste. 72 Prozent der Befragten, so ein weiteres Ergebnis, wünschen sich eine wirksame Regulierung der Finanzmärkte. Zugleich ist für die Menschen sichere und faire Arbeit von hoher Wichtigkeit. 89 Prozent der Befragten fordern einen sicheren Arbeitsplatz und ein Einkommen, von dem man gut leben kann (83 Prozent). Beim Thema Leiharbeit fordern 77 Prozent gleiches Geld für gleiche Arbeit.

Sicherheit im Alter

Zugleich hat Sicherheit im Alter einen hohen Stellenwert. 81 Prozent der Befragten erteilen der Rente mit 67 eine klare Absage. 73 Prozent fordern eine gerechte Rentenversicherung, in die auch Selbstständige und Beamte einzahlen sollen. Außerdem ist den Menschen wichtig, Arbeit und Leben gut miteinander vereinbaren zu können.

Abgesichert sein, eine Zukunft planen können – das wollen 80 Prozent der Befragten. 77 Prozent fordern ausreichend Zeit für Familie und private Interessen, 62 Prozent vermissen eine Verbesserung der Kinderbetreuung. Und sie wollen eine gute Zukunft für ihre Kinder: Dazu gehört für 74 Prozent der Befragten die Pflicht der Unternehmen, ausreichend qualifizierte Ausbildungsplätze zu schaffen. 71 Prozent fordern eine bessere Ausstattung von Kindergärten, Schulen und Hochschulen, und 70 Prozent hoffen auf eine gerechtere Verteilung von Bildungschancen. Auch Umweltschutz ist ein Thema. Hier fordern 60 Prozent der Befragten eine deutliche Verbesserungen.

Martin Schindler betont, dass die Umfrage keinem Selbstzweck diene. Die IG Metall werde die Bundestagskandidaten und Parteienvertreter auch in der Wesermarsch mit den Ergebnissen konfrontieren. „Die zentralen Interessen der Menschen müssen wieder Grundlage für politische Entscheidungen werden“, betont der Bevollmächtigte.

www.gutes-leben.de

Artikel vom 08.07.09 - 06:00 Uhr
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