X Diesen Artikel versenden


Absender-E-Mail*
Empfänger-E-Mail*
Nachricht*

szmtag

Andersartig und faszinierend

Nordenham (hes). Australien ist anders – nicht nur die Jahreszeiten, die Landschaft und die Tiere, sondern auch der Alltag, für den man Humor und Improvisationskunst braucht, verläuft anders als in Norddeutschland. Wie es sich lebt in dem Land „ganz unten“ auf dem Globus berichtet Anja Schmidt-Giese am 11. Juni in der Unterweserstadt.

bild vergrößern
Anja Schmidt-Giese berichtet in ihrem Buch über die Erfahrungen der beiden Deutschen in „Down under“. Foto: pr

Ein Dingo hat die Steaks vom Grill geklaut? Gut, dann gibt es Würstchen. Mit dem Auto verfahren – kein Problem: schon morgen kommt Hilfe. Ein Taxi zum Flughafen? Das müsste klappen – wenn man dem aus Indien stammenden Fahrer sagen kann, wo er den Flughafen findet. Solche und zahlreiche andere Erlebnisse machte die promovierte Biologin Anja Schmidt-Giese in Australien und hat sie in einem Buch niedergeschrieben.

Geboren wurde die Autorin 1972 in Ramsloh bei Oldenburg. 2006 stellte sie ihr Leben auf den Kopf, indem sie gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem aus Nordenham stammenden ebenfalls promovierten Biologen Peter Schmidt, ins australische Melbourne zog. Peter Schmidt war eine Stelle in der Herz-Kreislauf-Forschung an der Universität in Melbourne angeboten worden.

Die Autorin hat einen farbigen Erlebnis- und Reisebericht abgeliefert, der nicht nur für denjenigen lesenswert ist, der einen Australienurlaub plant und sich mit einigen Vorkenntnissen wappnen möchte. Beginnend mit der Landung am Melbourner Flughafen, über die Suche nach einem Haus in einer Stadt, die mit einer Ausdehnung von 80 Kilometern jede Menge Platz bietet, um sich zu verlaufen, bis hin zur ersten Fahrt im neuen Auto auf der falschen Straßenseite beschreibt die Anja Schmidt-Giese die ersten Tage ihres neuen Lebens.

Schwierige Jobsuche

Die ersten Monate der Joblosigkeit bleiben angesichts von Einstellungsgesprächen inklusive psychologischer Tests in ungewohnter Sprache zunächst nicht ohne Frustrationen. Später im Job muss die Ramsloherin dann erfahren, dass es erhebliche Unterschiede zwischen Australiern und Deutschen gibt. So fordern die australischen Kollegen schriftlich von ihren Vorgesetzten ein, dass die Deutsche doch ihr Arbeitstempo drosseln möge. Eine E-Mail noch am selben Tag zu beantworten – da fühlte sich mancher australische Kollege unter Druck gesetzt.

Trotzdem ist diese Zeit voller neuer Erlebnisse. Der Versuch der Neuankömmlinge aus Deutschland, durch die Verwendung australischer Slangwörter zu glänzen, endet zunächst mit vor Entsetzen geweiteten Augen der Einheimischen. Ein dem Buch angehängtes Slang-Glossar ermöglicht es zumindest dem Leser, gröbste Schnitzer zu vermeiden.

Die beiden Deutschen haben den Kontinent in zahlreichen Reisen erkundet. Auch davon berichtet die Autorin. Hier geht es um Doggen verspeisende Krokodile, schwule Piguine oder Spannerpossums und hungrige Haie. Die beiden Deutschen erleben ihr erstes Weihnachtsfest bei 30 Grad Wärme und Buschbränden. Noch heute, so die Autorin, seien sie fasziniert von Australien – von der Natur und den zugänglichen Menschen. Die beiden Zugereisten haben sich nach zweieinhalb Jahren um eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis beworben.

Artikel vom 23.05.09 - 06:00 Uhr
| drucken | versenden

Anzeige
Butjadingen Nordenham Stadland Brake Elsfleth

ePaper

Lesen Sie hier die aktuelle Seite 1

Zeitung

Abo Service
Abonnement
Änderungen

ePaper

Login
Abonnement
Anzeige

Prämienshop

Werben Sie einen neuen Abonnenten und Sie bekommen eine attraktive Prämie.

zum Prämienshop

Moneyspecial