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Neue Diskussion über Supermärkte

Nordenham. Auf der einen Seite hat der Bau- und Umweltausschuss des Stadtrates während seiner jüngsten Sitzung zentrale Versorgungsbereiche für den Einzelhandel festgelegt, sich auf der anderen Seite durch den Beschluss, die Veränderung von Käuferströmen untersuchen zu lassen, aber noch ein Hintertürchen offen gelassen.

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Welche Auswirkungen ein Verbrauchermarkt in Blexen auf den Netto-Markt in Einswarden haben wird, soll gutachterlich geklärt werden. Foto: rade

Die Festlegung zentraler Versorgungsbereiche gibt der Stadt das rechtliche Instrumentarium, nicht gewollte Ansiedlungen in anderen Bereichen ablehnen zu können, ohne dabei eine juristische Bauchlandung zu erleiden.

Folgende Versorgungsbereiche haben die Ausschüsse bestimmt: die Innenstadt, die Adolf-Vinnen-Straße, Nordenham-Süd (Mittelweg), Abbehausen, Ellwürden, Einswarden (Netto-Markt) und Blexen. Mit dieser Definition ist beispielsweise die Ansiedlung eines Verbrauchermarktes bei Blüh auf an der Walther-Rathenau-Straße ausgeschlossen. Für diesen Standort hat es mehrfach Anfragen von Investoren gegeben. Das Nordsee-Center ist als Sondergebiet ohnehin gesetzt.

Vertrauensfrage

Während der Wirtschaftsausschuss noch vor vier Wochen mit der Mehrheit von SPD und CDU es als überflüssig abgelehnt hatte, untersuchen zu lassen, welche Auswirkung die Ansiedlung weiterer Märkte hätte, gab es zu demselben Punkt diesmal eine Mehrheit. CDU, FDP und WIN stimmten dafür. Nun wird untersucht, ob das Wesertor weitere Einzelhandelsaktivitäten im Stadtsüden verkraften könnte und welche Auswirkungen die Ansiedlung eines Vollsortimenters in Blexen auf den Netto-Markt in Einswarden hätte.

Das Thema Stadtsüden schien eigentlich schon abgehakt. Bürgermeister Hans Francksen machte erneut deutlich, dass er die Ansiedlung eines Marktes, der das Wesertor gefährdet, strikt ablehnt. Für ihn sei dieses Thema eine Vertrauensfrage, sagte er in der Ausschusssitzung.

Neu aufgeflammt ist die Diskussion über die Auswirkungen eines Vollsortimenters in Blexen auf den Einswarder Netto-Markt. Die Blexer Pläne waren schon mehrfach öffentlich vorgestellt worden, doch bislang hatte niemand daran Anstoß genommen. Aber jetzt. In Einswarden werde bereits über eine mögliche Schließung des Netto-Marktes diskutiert, sagte Kurt Winterboer (SPD): „Wir lassen uns auf eine Situation ein, die uns in einigen Jahren weh tun könnte.“

Überdurchschnittlich versorgt

Nordenham ist überdurchschnittlich gut mit Lebensmitteleinzelhandel versorgt. Auf jeden Einwohner kommen 0,56 Quadratmeter. Bundesweit sind es nur 0,41. Bedarf für einen Vollsortimenter in Blexen sieht die Stadtverwaltung dennoch, weil es außer dem Discounter in Einswarden im gesamten Stadtnorden kein anderes großflächiges Lebensmittelangebot gibt. Derzeit bemüht sich die Stadtverwaltung, Investoren vom Standort Blexen zu überzeugen. Der Markt soll am Rande des Deichsportplatzes entstehen. Der Zugang soll über die Fährstraße erfolgen. Der historische Deich wird für die Einfahrt geöffnet. Ob die in Auftrag gegebene Analyse der Käuferströme Auswirkungen auf die Planungen haben wird, bleibt abzuwarten. (hei)

Artikel vom 12.03.10 - 06:00 Uhr
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