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Kinder brummen ein „Omm“


Einswarden. Lika (9) und Clarissa (7) strecken die Zunge heraus und brüllen wie ein Löwe. So heißt die Yogaübung, die ihnen Svenja Faehse beigebracht hat. Die Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren haben bei einer Ferienpass-Aktion von ihr gelernt, wie sie sich entspannen und mit ihrer Wut umgehen können. Von Brigitte Rademann


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Yoga-Trainerin Svenja Faehse zeigt Yannik (links) und Kira (rechts) die Übung namens Löwe zum Aggressionsabbau. Foto: rade

Zwei Kurse bot die Übungsleiterin für Kinderyoga im Kinder- und Jugendhaus Blauer Elefant an. Während am Vormittag die jüngeren Teilnehmer eingeladen waren, es sich auf den Matten bequem zu machen, zeigte Svenja Faehse den Kindern zwischen zehn und zwölf Jahren am Nachmittag Yoga-Stellungen und Atemübungen für Kinder. Zur Unterstützung war die Erzieherin Silke Sommer dabei.

„Wir lernen hier so schöne Sachen“, freute sich die neunjährige Kira. Killian (7) erzählte, dass auch seine Oma Yoga betreiben würde. Zum Auflockern gab es zu Beginn des zweistündigen Kurses Auflockerungsübungen mit Musik. Ihre Schützlinge legten sich mit dem Bauch auf den Boden und ließen sich von kreisenden Bewegungen eines Spielzeugautos massieren. „Achtung, jetzt kommt eine Baustelle, jetzt die Bodenwellen und hier ist die Ausfahrt“, sagte Svenja Faehse und fuhr mit dem Auto über den Rücken der Kinder. Diese hörten genau zu und rutschten mit den kleinen Autos das Bein hinab bis zu den Füßen, während ihre liegenden Partner vor Freude glucksten.

Die Jungen und Mädchen lernten während des Kurses auch den Sonnengruß: eine anspruchsvolle Übung, die den geschmeidigen Gelenken der jungen Teilnehmer jedoch keine Mühe bereitete.

Die Stellungen im Yoga heißen Asanas. Es gibt unzählige, die im Liegen, Sitzen oder Stehen ausgeübt werden. Jede hat einen Namen und soll den Organismus auf bestimmte Weise anregen oder entspannen. Der Löwe zum Beispiel dient dem Stress- und Frustabbau: „Wenn ihr einmal ganz viel Wut im Bauch habt, dann macht den Löwen und brüllt ganz tüchtig“, erklärte Svenja Faehse. Die Kinder führten auch den Vulkan vor, den Baum, die Schlange oder die Raupe, und es war ihnen anzusehen, dass ihnen die ganze Sache viel Freude bereitete.

Kraft und Ausgeglichenheit

Die Yogastunde wurde mit dem gesummten Mantra „Omm“ und einer kleinen Traumreise beendet. „Wer regelmäßig Yoga übt, trainiert nicht nur seine körperliche Kraft und wird ausgeglichener. Er gewinnt auch an Selbstbewusstsein“, erklärte die Übungsleiterin. Denn um die Figur namens Krähe richtig hinzubekommen, muss man schon ganz viel Kraft aufwenden. Denn hier wird der Körper nur von den Händen getragen, während die Beine angewinkelt werden.

Zum Abschluss bastelten sich die Kinder kleine Wutbälle, indem sie Sand in Luftballons füllten. Svenja Faehse: „Wenn der Löwe die Wut nicht vertrieben hat, könnt ihr sie an die Wand werfen. Damit verschwindet auch das Grummeln im Bauch.“

Artikel vom 31.07.10 - 06:00 Uhr
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